APOkongress Schladming 

Innovative Substanzen & praktische Konsequenzen

Mag. pharm.

Irene

Senn

,

PhD

Artikel drucken
Schaldming © Anja Prade/Österreichische Apotheker-Verlagsgesellschaft m.b.H
© Anja Prade/Österreichische Apotheker-Verlagsgesellschaft m.b.H

Kammerpräsidentin Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr eröffnete den Kongress mit sichtbarer Zuversicht. Im Mittelpunkt ihrer Rede stand ein erfreulicher Meilenstein: Die Bundesregierung hat den offiziellen Auftrag zur Umsetzung des Impfens in der Apotheke erteilt. Für Mursch-Edlmayr ist das nicht bloß ein Einzelerfolg, sondern Teil einer umfassenden Transformation: „Wir werden in Zukunft mehr sein als eine Arzneimittel- und Beratungsstelle – wir werden Gesundheitszentrum sein.“ Dazu gehört auch ein strukturiertes, österreichweites Präventionsprogramm, bei dem individuelle Maßnahmen digital hinterlegt und in der Apotheke – etwa über die e-Card – direkt abrufbar sein sollen. Ergänzt werden soll das Angebot durch telemedizinische Konsultationen: Zusammen mit Akutlaborwerten aus der Apotheke kann ein Telearzt Diagnose, Therapie und E-Rezept ausstellen. „Das kann sonst keiner“, brachte es die Präsidentin auf den Punkt. Wichtig dabei: Diese neuen Versorgungsmodelle sind als Angebot für jede Apotheke konzipiert – unabhängig von Größe oder Standort.


Keine Angst vor grossen Molekülen


Tagungspräsident Mag. pharm. Heinz Haberfeld, Präsident der Niederösterreichischen Apothekerkammer, stellte das wissenschaftliche Programm vor – und machte von Beginn an klar, was diesen Kongress auszeichnet: Tiefe statt Breite. „Es ist vollkommen unmöglich, im Rahmen dieser Veranstaltung sämtliche monoklonalen Antikörper – es sind über 200 – und alle Kinase-Inhibitoren zu besprechen.“ Stattdessen wurden gezielt jene Therapiegebiete ausgewählt, in denen Biologika und kleine Moleküle den Apothekenalltag bereits heute prägen oder ihn in naher Zukunft verändern werden – von der Hämato-Onkologie über Stoffwechselerkrankungen bis zur Dermatologie. Fünf Pharmazeutinnen und Pharmazeuten zählen diesmal zu den Vortragenden, was dem Praxisbezug zusätzliches Gewicht verleiht.


Univ.-Prof. Dr. Markus Zeitlinger, Internist, klinischer Pharmakologe und Scientific Advisor der EMA, übernahm die wissenschaftliche Einführung – und nahm dem Fachpublikum gleich die Schwellenangst: „In Wirklichkeit ist das pharmakologisch gar nicht so dramatisch.“ Bei Biologika stehe weniger die Pharmakokinetik im Fokus als vielmehr Pathophysiologie, Patientenselektion und Immunologie. Und die Relevanz für die Apotheke ist real: „80 % der Arzneistoffe, die aktuell entwickelt werden, stammen aus diesen Substanzklassen“ – Wirkstoffe, die Apotheker:innen künftig täglich begegnen werden, auch wenn viele davon noch nicht direkt über die Tara wandern.
Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Zusammenfassung ausgewählter Fachvorträge vom APOkongress Schladming 2026 – mit den wichtigsten Take-Home-Messages für die pharmazeutische Praxis. Eine ausführlichere Berichterstattung zu weiteren Vorträgen finden Sie auf www.oeaz.at.

Der Stich in die Zukunft (Jetzt nachlesen)

Eine Substanzklasse – Drei Indikationen (Jetzt nachlesen)

Protease- & Tyrosinkinase-Inhibitoren (Online ab kommender Woche)

Antikörper, BITEs und CAR-T-Zellen 

(Online ab kommender Woche)

GLP-1- und GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten 

(Online ab kommender Woche)

Nebenwirkungsmanagement oraler Onkologika 

(Online ab kommender Woche)

Das könnte Sie auch interessieren