Wundversorgung – mehr als ein Pflaster

APOKONGRESS PÖRTSCHACH 2026


Mag.  Ruth Maria  Streibl, PhD


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Pörtschach am Wörthersee präsentierte sich einmal mehr als ideale Kulisse für einen Kongress, der Pharmazie lebt und nicht nur referiert. Vizepräsident Mag. pharm. Raimund Podroschko eröffnete die Veranstaltung und brachte ihren Charakter auf den Punkt: „Pörtschach blickt traditionell über den Tellerrand auf neue Entwicklungen, Aufgabenfelder und Kompetenzen in der Pharmazie.“ Besondere Bedeutung maß er dem direkten Austausch in den Pausen und bei den Abendveranstaltungen bei – Gesprächen, die in keinem Programmpunkt stehen, aber oft die nachhaltigsten Eindrücke hinterlassen.

Von A wie Allantoin bis Z wie Zellstoff

Das Tagungspräsidium bildeten Mag. pharm. Karoline Sindelar, Apothekerin in Wien, sowie Priv.-Doz. Dr. Christoph Ausch, Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeral- und Gefäßchirurgie mit Kassenordination in Wien. Mit „Schauen Sie mal, ich hab da was – was kann ich denn da drauf tun?“ skizzierte Sindelar treffend jene alltägliche Situation, in der Apotheker:innen gefragt sind. „Damit wir das passende Know-how und Werkzeug in der Hand haben, widmen wir den Kongress dem Thema Wundversorgung – einfach und vor allem praxisnah. Deswegen geht es in den nächsten zweieinhalb Tagen um alles von A wie Allantoin bis Z wie Zellstoff, damit wir wirklich an der Tara wissen, was im Ernstfall zu tun ist.“

Programm mit Tiefgang

Das Programm hielt, was diese Ansage versprach. Die Themen reichten von der Definition und Entstehung verschiedener Wundtypen und ihrer optimalen Versorgung über das diabetische Fußsyndrom bis hin zu Phytotherapieanwendungen sowie den Einfluss von Schlaf und Ernährung auf die Wundheilung. Auch oft unterschätzte Kosmetika fanden ihren Platz auf der Tagesordnung. Praktische Vorträge aus der Pflege beleuchteten Do’s and Don’ts ebenso wie die optimale Pflege bei Wunden im Intimbereich. Spezifischere Themen – Brandwunden, Augenverletzungen, fehlende Standards bei der Tattoo-Nachsorge – ergänzten das Bild, ebenso wie aktuelle Fragen zum KI-Einsatz in der Wundversorgung. Dass die teils eindrücklichen Bilder die Stimmung keineswegs trübten, bewies nicht zuletzt das Get-together am Freitagabend – ein geselliger Abschluss eines erfolgreichen ersten Kongresstages.

Apotheke als erste Anlaufstelle

Dass Wundheilung kein Thema einer einzigen Disziplin ist, zeigte sich in der enormen Bandbreite der Referent:innen: Ob aus Pharmazie, Dermatologie, Pflege, Ernährungswissenschaft oder Chirurgie – jede Perspektive bereicherte das Gesamtbild und sorgte dafür, dass für alle Teilnehmenden Neues und Wertvolles dabei war. Tagungspräsident Ausch unterstrich dabei wiederholt die zentrale Stellung der Apotheke: Als erster Anlaufpunkt und Gatekeeper im interdisziplinären Gefüge der Wundversorgung erreichen Apotheker:innen die Betroffenen oft noch, bevor jede andere Fachdisziplin ins Spiel kommt. Sein Fazit brachte es auf den Punkt: „Wundversorgung ist ein volkswirtschaftlich ganz wichtiges Thema, betrifft unwahrscheinlich viele Menschen – und Sie sind diejenigen, die diese Menschen wahrscheinlich als Allererstes sehen.“ Pörtschach 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie diese Rolle mit Leben gefüllt werden kann.

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