Potenzial, Grenzen und die Rolle des Menschen

KI in der Wundversorgung

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Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. David Benjamin Lumenta, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie, Medizinische Universität Graz © beigestellt
Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. David Benjamin Lumenta, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie, Medizinische Universität Graz © beigestellt

Assoz. Prof. Priv.-Doz. David B. Lumenta, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie, zeigte, wie weit die Technologie bereits reicht – und dass sie ohne gut ausgebildete Fachkräfte nicht funktioniert.

Was KI heute kann

Der bisherige Standard – manuelle Flächenmessung über vier Wochen – ist fehleranfällig und eindimensional. Eine Wunde kann flächenmäßig stagnieren und dennoch intern granulieren oder nekrotisch werden. KI-Systeme erfassen gleichzeitig Gewebezusammensetzung, Wundränder, Exsudattyp und anatomische Lokalisation und liefern damit ein vollständigeres Bild. In einer Studie mit über 173.000 Wunden an knapp 86.000 Patient:innen ermöglichte das eine verlässliche Prognose bereits nach drei statt vier Wochen. Kommerzielle Lösungen für Smartphone und Praxissoftware sind bereits verfügbar; die Herausforderung liegt in ihrer sinnvollen Integration.

Warum Menschen unverzichtbar bleiben

KI lernt aus Daten – und reproduziert deren Schwächen. Medizinische Routinedaten stammen oft aus Abrechnungssystemen, liegen in isolierten Silos und sind nicht für KI-Analyse konzipiert. Hinzu kommen praktische Tücken: Ein veränderter Kamerawinkel kann die gemessene Wundfläche verfälschen. Fließen über Zeit fehlerhafte Daten ins System, driftet das Modell schleichend ab – oft unbemerkt. 
Lumenta plädierte deshalb für einen informierten Umgang: Fachkräfte, die verstehen, womit ein Modell trainiert wurde und wie es entscheidet, können es gezielt einsetzen und korrigieren. Die Technologie ersetzt dieses Urteilsvermögen nicht – sie setzt es voraus.

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