Anti-IgE-Impfung

Präklinische Daten wecken Hoffnung auf neue Anaphylaxie‑Prophylaxe

Artikel drucken
Anaphylaxe als Risiko © Shutterstock
© Shutterstock

In einem innovativen Ansatz wurde ein Konjugatvakzin („Kinoid“) entwickelt, das gezielt die Cε3‑4‑Domäne des humanen IgE adressiert. Durch die Kopplung des modifizierten IgE‑Fragments an das hochimmunogene Trägerprotein CRM197 soll das Immunsystem zur Bildung neutralisierender Anti‑IgE‑Antikörper angeregt werden.

Konjugatvakzin zeigt robuste und langanhaltende Immunantwort 

In einem für IgE und FcεRI humanisierten Mausmodell führte die Immunisierung zu einer ausgeprägten und über bis zu 12 Monate stabilen Antikörperantwort, deren Avidität mit der von Omalizumab vergleichbar war. Gleichzeitig sank sowohl frei zirkulierendes IgE als auch IgE auf Mastzellen deutlich ab. Funktionell zeigte sich ein klarer Nutzen: Die Impfung bot Schutz vor kutanen wie auch schweren systemischen IgE‑vermittelten Anaphylaxien  im humanisierten Mausmodell – ohne Hinweise auf relevante unerwünschte Immunreaktionen.

Diese präklinischen Daten verdeutlichen, dass eine gezielt konstruierte Anti‑IgE‑Konjugatimpfung sowohl technisch realisierbar ist als auch eine stabile, funktionelle und langfristige Immunantwort auslösen kann. Ob dieser Ansatz künftig eine kosteneffiziente Option für Patient:innen mit hohem Anaphylaxierisiko wird, müssen nun klinische Studien klären.

Quellen: 

Conde E, et al.: A vaccine targeting human IgE induces long-term protection against anaphylaxis in humanized mice. Sci Transl Med 2025 Dec 3;17(827):eads0982. DOI: 10.1126/scitranslmed.ads0982

Serra V, Reber LL: Development of a Conjugate Vaccine Targeting Human IgE for Long-Term Prevention of Anaphylaxis. Allergy 2026 Feb;81(2):614-616. DOI: 10.1111/all.70099


Das könnte Sie auch interessieren