Krebsreport 2025

Krebsversorgung im Alter steht vor Herausforderungen

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Bis 2040 wird sich die Zahl älterer Krebspatient:innen in Österreich verdoppeln. © shutterstock
Bis 2040 wird sich die Zahl älterer Krebspatient:innen in Österreich verdoppeln. © shutterstock

Die absoluten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß: Die Zahl der über 65-Jährigen, die in den vergangenen fünf Jahren eine Krebsdiagnose erhielten, verdoppelt sich zwischen 2013 und 2040 von rund 60.000 auf etwa 130.000 Personen. Diese Entwicklung stellt das Gesundheitssystem vor grundlegende Herausforderungen, die weit über reine Kapazitätsfragen hinausgehen. 

Die Komplexität der Versorgung älterer Krebspatient:innen ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Begleiterkrankungen, Polymedikation mit erhöhtem Interaktionsrisiko, funktionelle Einschränkungen und veränderte Belastbarkeit erfordern einen grundlegend anderen therapeutischen Ansatz. Früherkennungsprogramme und Behandlungsleitlinien, die sich primär an jüngeren, gesünderen Bevölkerungsgruppen orientieren, greifen bei älteren Menschen oft zu kurz.

Der neue Krebsreport 2025 von Krebshilfe und OeGHO fordert daher eine Neuausrichtung nach dem Grundsatz „Therapieziel vor Therapieplan“: Medizinische Entscheidungen müssen sich am individuellen Gesundheitszustand orientieren, nicht am kalendarischen Alter. Positiv vermerkt der Report, dass innovative onkologische Medikamente in Österreich bis ins hohe Alter verabreicht werden und Überlebensverbesserungen bei über 65-Jährigen ebenso erzielt werden wie bei Jüngeren. Um diese Versorgungsqualität angesichts massiv steigender Patientenzahlen zu halten, empfehlen die Herausgeber:innen verstärkte geriatrische Assessments, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die systematische Einbindung älterer Patient:innen in klinische Studien.

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