Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager, 1. Obfrau der Pharmazeutischen Gehaltskasse (Arbeitnehmerseite)
Mag. pharm. Christoph Zeidler, 2. Obmann der Pharmazeutischen Gehaltskasse (Arbeitgeberseite) 

„In letzter Konsequenz müssen unsere Serviceleistungen einen klaren Mehrwert erkennen lassen“

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Schmolke Gerhard © Schmolke Gerhard
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ÖAZ Seit September 2025 führt Mag. Roman Hergenich als neuer Direktor die Pharmazeutische Gehaltskasse (PGK). Er bringt Digitalisierungsexpertise aus der Privatwirtschaft mit. Welche strategischen Schwerpunkte haben Sie ihm mitgegeben und welche ersten Impulse erleben Sie in der Zusammenarbeit?
Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager  Es war uns ein zentrales Anliegen, Mag. Hergenich die besondere Bedeutung der Gehaltskasse für den Apothekerstand und ihre diskriminierungsfreie Funktionsweise zu vermitteln. Für angestellte Apotheker:innen stehen ein passendes Arbeitsumfeld mit gesichertem Gehaltsschema sowie die durch die Gehaltskasse gewährleisteten Sozialleistungen im Mittelpunkt. Sie bieten eine verlässliche Unterstützung bei Krankheit, Jobverlust bzw. -suche und Pension. Durch die erfolgreiche „Generalüberholung“ der IT-Umgebung schaffen wir nun einen Service-Mehrwert, hohe Erreichbarkeit und deutlich schnellere Bearbeitungszeiten, wobei immer gilt: Unsere Mitglieder stehen im Fokus. Die Zusammenarbeit mit Mag. Hergenich verläuft in einer sehr konstruktiven und wertschätzenden Atmosphäre, mit seinerseits hoher Expertise, Korrektheit und Flexibilität. 
Mag. pharm. Christoph Zeidler Die Zusammenarbeit mit Mag. Hergenich ist von Beginn an von gegenseitigem Vertrauen und einer konstruktiven Atmosphäre geprägt und bietet somit eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Zukunft der PGK. Seine ersten Impulse zeigen eine hohe Innovationsbereitschaft und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für die Bedürfnisse der Betriebe. Als Arbeitgeberseite legen wir besonderen Wert darauf, die Digitalisierung gezielt voranzutreiben, jedoch stets unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen der PGK. Unser Ziel ist sowohl die Steigerung von Kosteneffizienz und Transparenz als auch eine Priorisierung von Investitionen und Projekten nach strenger Kosten-Nutzen-Abwägung, um die Mitgliedsbeiträge stabil zu halten. In letzter Konsequenz müssen unsere Serviceleistungen einen klaren Mehrwert erkennen lassen, sodass die Apotheken – auch würde es keine verpflichtende Mitgliedschaft geben – sich jederzeit für einen Verbleib in der PGK entscheiden würden. 

ÖAZ Frau Mag. Schwabegger-Wager, die PGK befindet sich in einem umfassenden Modernisierungsprozess. Welche konkreten Leistungen werden angestellte Apotheker:innen 2026 im Alltag spüren können?
Schwabegger-Wager Die An-, Um- und Abmeldung wird künftig ausschließlich elektronisch angeboten; optional kann ohne ID-Austria per Schaltfläche bestätigt werden. Wichtig war uns dabei die Endbestätigung durch den/die Dienstnehmer:in. Die Weiterentwicklung und Optimierung der neuen Stellenvermittlung sind uns sehr wichtig. In diesen Prozess werden wir wieder „friendly user“ aus der Apothekerschaft miteinbeziehen. Dazu gehört eine verbesserte Darstellung des Matchingergebnisses, bei der jüngere Angebote vorgereiht werden, sowie eine zusätzliche Filtermöglichkeit nach Ausmaß, Stellenart, Entfernung und Eingangsdatum des Angebotes. E-Mail-Benachrichtigungen für Dienstnehmer:innen bei passenden neuen Angeboten zum erstellten Suchprofil stehen ebenso auf der Agenda wie Erinnerungen zur Verlängerung oder Inaktivierung älterer Inserate und noch einiges mehr. Wir optimieren zudem interne Prozesse im Mitgliederservice und der Rezeptverrechnung, um Dialogfälle weiter zu reduzieren, wie beispielsweise die automatisierte Verständigung über Fristen und Abläufe, um dadurch Leistungen aus Stellenlosenunterstützung und WUFO noch schneller und zielgerichteter erbringen zu können.

ÖAZ Herr Mag. Zeidler, als Apothekeninhaber kennen Sie den administrativen Aufwand im Tagesgeschäft. Welche konkreten Digitalisierungsschritte plant die PGK in den nächsten Jahren, um Betriebe zu entlasten?
Zeidler Nach der Umstellung auf ein neues Microsoft-basiertes System liegt die Priorität der PGK in nächster Zeit auf Stabilisierung und Optimierung, um Fehler zu minimieren und damit die Zuverlässigkeit weiter zu erhöhen. Die An-, Ab- und Ummeldungen werden künftig dahingehend vereinfacht, dass parallel zur Verwendung von ID-Austria auch der bloße Einstieg in das e-Serviceportal über die P-Nummer zur Authentifizierung und in weiterer Folge Signierung ausreichend ist; auch Steuerberater:innen werden digitale Meldungen für die Betriebe ausführen können.

Zeidler-Christoph © Foto Wilke
Zeidler-Christoph © Foto Wilke

Darüber hinaus stehen weitere administrative Erleichterungen, etwa bei der sechsten Urlaubswoche, auf der Agenda. Eine Weiterentwicklung und Verbesserung der Rezeptabrechnungsmöglichkeiten – ab-
hängig vom Goodwill der Sozialversicherungen – soll die Liquidität der Betriebe stärken und Kosten seitens der PGK und damit der Apotheken reduzieren. Außerdem werden interne Abläufe und Servicezeiten optimiert, um die Anliegen der Betriebe schneller und effizienter bearbeiten zu können; zusätzlich sorgt ein aktuell schon implementiertes digitales Anliegen-Formular für gezielte Kontaktaufnahme und zügige Bearbeitung. Eine verstärkte Nutzung von Synergien im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft mit der ÖAK trägt zur weiteren Kostenreduktion bei. 

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