Vielversprechend

Impfung gegen Hirntumore

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Gliome sind meist unheilbare Hirntumore, die operativ nur schwer vollständig entfernt werden können. Auch Chemo- oder Strahlentherapie sind nur begrenzt wirksam. In der Mehrzahl der Fälle tragen die Krebszellen eine übereinstimmende Genmutation: Im Enzym IDH1 wird ein bestimmter Eiweißbaustein ausgetauscht. Dadurch entsteht eine neuartige Proteinstruktur – ein sogenanntes Neoepitop, das einerseits das Wachstum der Tumoren antreibt – und andererseits zugleich vom Immunsystem der erkrankten Person als fremd erkannt wird. Daher ist es eine ideale Zielstruktur für Immuntherapien.

Langzeitüberleben deutlich verbessert

Ein deutsches Forscherteam hat einen Peptidimpfstoff entwickelt, der das Immunsystem gezielt darauf trainiert, Tumorzellen mit dieser Mutation zu erkennen und zu bekämpfen. Dieser Impfstoff wurde in einer klinischen Studie der Phase 1 an 33 Patient:innen mit neu diagnostizierten hochgradigen Astrozytomen geprüft. Die Patient:innen erhielten die Vakzine zusätzlich zur Standardtherapie aus Operation, Strahlen- und Chemotherapie.66 % der Patient:innen waren nach acht Jahren noch am Leben, bei 42 % war die Erkrankung während des Beobachtungszeitraums nicht fortgeschritten. Bei einigen Patient:innen, deren Tumor vollständig operativ entfernt werden konnte, lagen die Überlebensraten sogar noch deutlich höher. Zum Vergleich: In früheren Studien lag die mittlere Überlebenszeit bei aggressiveren Tumorformen oft nur bei etwa 2,5 bis 5 Jahren. 

Der Impfstoff aktiviert T-Zellen, die infizierte oder entartete Zellen direkt angreifen, sowie B-Zellen, die Antikörper gegen den Tumor bilden. Durch die Impfung wandern aktivierte Immunzellen in den Tumor ein. Erste Beobachtungen deuten darauf hin, dass weitere Impf-Booster die Immunantwort auch Jahre später wieder verstärken können – ohne zusätzliche Nebenwirkungen. 

Quelle

Bunse L, et al.: Final analysis of patients with newly diagnosed astrocytoma after vaccination against mutant IDH1 from the NOA16 trial, Nature Cancer 2026, DOI:10.1038/s43018-026-01199-y

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