Die Arbeitsgruppe zeigt, dass die PCR-Diagnostik den Nachweis dieser Erreger deutlich verbessert und klassische mikrobiologische Verfahren in Sensitivität und zeitlicher Effizienz übertrifft.
Die Diagnostik von Mucormykosen ist anspruchsvoll, da klinische Symptome unspezifisch sind und Kulturverfahren häufig negativ bleiben. Jürgen Prattes, Infektiologe an der Med Uni Graz und Studienleiter, betont: „Viele dieser Infektionen werden leider erst spät erkannt oder gar übersehen.“ Eine frühzeitige Identifikation sei entscheidend, um therapeutische Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten. In der Kohortenstudie mit über 1.400 bronchoalveolären Lavageproben erreichte der neue PCR-Test eine Spezifität von nahezu 99 % und detektierte alle klinisch bestätigten Fälle. Zudem identifizierte die Methode zusätzliche, zuvor unerkannte Mucorales-Infektionen, darunter zahlreiche Koinfektionen mit Aspergillus, die therapeutisch relevant sind.
Multizentrische europäische Daten stärken Evidenzbasis
Die Ergebnisse wurden in einer europäischen multizentrischen Studie, ebenfalls unter Grazer Leitung, bestätigt. Die PCR erreichte dort eine Sensitivität von über 94 % und identifizierte zahlreiche Fälle, die in der Routinediagnostik unentdeckt geblieben wären. Die Daten zeigen, dass die PCR das diagnostische Vorgehen bei invasiven Mykosen deutlich verbessern und klinische Entscheidungen beschleunigen kann.
Quelle
Prattes J, et al. Clin Microbiol Infect 2026 DOI: 10.1016/j.cmi.2026.01.017. Sedik S, et al.
Open Forum Infect Dis 2025 DOI: 10.1093/ofid/ofaf801.