Eine große retrospektive US-Kohortenstudie untersuchte nun, ob der Beginn einer Therapie mit CGRP-Inhibitoren das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse erhöht. Analysiert wurden Daten von über 900.000 Erwachsenen mit Migräne, davon rund 58.000 erstmals unter CGRP-gerichteter Behandlung. Die behandelte Gruppe war häufiger weiblich und wies mehr vaskuläre Risikofaktoren auf.
Höheres Risiko für ischämische Schlaganfälle
Der kombinierte Endpunkt aus Myokardinfarkt, ischämischem Schlaganfall, Revaskularisation, pAVK und retinalem Gefäßverschluss trat unter CGRP-Therapie häufiger auf. Nach Adjustierung blieb die Assoziation bestehen, besonders für ischämische Schlaganfälle. Andere Einzelereignisse zeigten keine signifikanten Unterschiede. Die Autor:innen betonen mögliche Verzerrungen wie Confounding by indication. Zudem ist Migräne selbst ein unabhängiger Risikofaktor für vaskuläre Ereignisse. Für die Praxis bleibt eine sorgfältige individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung entscheidend, besonders bei Patient:innen mit vaskulären Risikoprofilen.