Studie bei Europäischen Rheumatologenkongress präsentiert

Lupus-Erkrankung könnte besser behandelbar werden

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Systemischer Lupus erythematodes © Shutterstock
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Beim Kongress der europäischen Rheuma-Allianz (EULAR) in London wurde jetzt eine Studie mit einem neuen monoklonalen Antikörper vorgestellt. Viele der Behandelten hatten schließlich nur noch geringfügige Krankheitserscheinungen.

Der Systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine der schwersten Autoimmunerkrankungen. Bei den Betroffenen verliert das körpereigene Abwehrsystem die Toleranz gegenüber Bestandteilen (Antigene) des Zellkerns. Das aktiviert B- und T-Zellen, welche buchstäblich rabiat gegen den eigenen Organismus werden. Entzündungen und Schäden an mehreren Organsystemen sind die Folge. Oft kommt es zu schweren Krankheitsschüben. Kortison, bestimmte Malariamedikamente, mehrere monoklonale Antikörper und Immunsuppressiva werden in der Behandlung mit begrenztem Erfolg eingesetzt.

Österreichische Rheumatologen an klinischer Untersuchung beteiligt

"Dennoch benötigen viele SLE-Patienten weiterhin eine Langzeittherapie mit Kortison, die mit einem erhöhten Risiko für Organschäden einhergeht. (...) Daher sind Therapien erforderlich, die eine umfassende und dauerhafte Krankheitskontrolle über alle Organsysteme hinweg gewährleisten, die Symptome der Patienten verbessern und den Einsatz von Kortison minimieren. Die Entwicklung solcher Behandlungen hat sich jedoch als schwierig erwiesen, viele Phase-III-Studien (Wirksamkeit/Verträglichkeit; Anm.) scheiterten", schrieben Megan Clowse (Duke University in Durham/USA) und die Co-Autoren im "Lancet", wo die Studie zeitgleich zur Präsentation beim EULAR-Kongress publiziert worden ist (DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00691-4). An der in 25 Ländern durchgeführten klinischen Untersuchung arbeiteten auch österreichische Rheumatologen (Wien und Linz) mit.
Mit Dapirolizumab Pegol ist in den vergangenen Jahren ein neues Medikament auf der Basis eines monoklonalen Antikörpers entwickelt worden. Er bindet an das Gegenstück (Ligand) für den sogenannten CD40-Rezeptor. Der Ligand findet sich vor allem auf dendritischen (Antigen-präsentierenden) Zellen, B-Zellen, Fresszellen (Makrophagen) und anderen Zellen und führt zur Aktivierung von Immunreaktionen, Entzündungen etc.

Kontrolle der Erkrankung doppelt so häufig erreicht

In die Studie wurden 321 Patienten mit moderater bis schwerer Erkrankung aufgenommen. Zwei Drittel (213 Probanden) kamen per Zufall in die Gruppe jener Personen, die mit dem monoklonalen Antikörper (einmal im Monat per Infusion) zusätzlich zu ihrer sonstigen Behandlung behandelt wurden. 108 wurden der Placebogruppe zugeteilt. Schließlich konnten die Daten von 315 Probanden vollständig analysiert werden.

Die Ergebnisse sprachen für die neue zusätzliche Therapie: 50 Prozent der mit dem monoklonalen Antikörper Behandelten zeigten eine Verbesserung bei allen ursprünglichen Symptomen von der Lupus-Erkrankung betroffener Organe. In der Placebogruppe war das bei 35 Prozent der Fall. Der Anteil der Probanden, welche nur noch geringe Krankheitsaktivität aufwiesen und nur noch eine geringe Menge Kortison benötigten, stieg bei den mit dem echten Medikament Behandelten von Null auf 41 Prozent. In der Placebogruppe waren es am Ende der Studie 20 Prozent.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Resultate wurde eine zweite ähnliche Studie auf Wirksamkeit und Verträglichkeit gestartet. Die Wissenschafter: "Dapirolizumab Pegol führte zu einer signifikanten Verbesserung der Krankheitsaktivität bei Patienten mit SLE. Diese Ergebnisse unterstützen die weitere Erforschung von Dapirolizumab Pegol als Behandlungsoption für SLE." Bei ähnlichen Ergebnissen sollen dann bei den Arzneimittelbehörden die Zulassungsanträge gestellt werden. Der Systemische Lupus erythematodes ist bei schwerem Verlauf eine so gravierende Erkrankung, dass derzeit sogar mit extrem (kosten-)aufwendiger CAR-T-Zell-Therapie, bei der es quasi zu einem "Neustart" des Immunsystems kommt, versucht wird, eine neue Behandlungsform zu etablieren.

-APA-

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