Real-World-Daten aus Österreich

Hochpotente MS-Therapien: Nutzen sinkt mit Alter

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Die Studie von Hegen et al. (2026) stellt erstmals Real-World-Daten aus Österreich für unterschiedliche Altersgruppen bereit und schließt damit eine wichtige Evidenzlücke, da ältere Patient:innen in klinischen Prüfungen meist nur in geringer Zahl vertreten sind. 

H-DMT weniger Vorteil ab etwa 50

In die retrospektive Kohorte wurden 215 therapienaive RMS-Patient:innen eingeschlossen (Medianalter 41 Jahre; 66 % Frauen), die über median 42 Monate beobachtet wurden. Verglichen wurden hochwirksame H-DMT wie Fingolimod, Cladribin, Natalizumab oder Anti-CD20-Antikörper mit moderat wirksamen M-DMT wie Interferonen, Glatirameracetat, Teriflunomid und Dimethylfumarat. Insgesamt bestätigte sich der erwartete Vorteil hochwirksamer Therapien: Das Schubrisiko war unter H-DMT deutlich reduziert. Gleichzeitig zeigte sich jedoch ein klarer altersabhängiger Effekt. Pro zusätzlichem Lebensjahr verringerte sich der relative Nutzen der H-DMT messbar (HR 1,06), und ab etwa 52 Jahren ließ sich kein signifikanter Unterschied mehr zu M-DMT feststellen. Das Schubrisiko selbst sank ebenfalls mit zunehmendem Alter – unabhängig von der gewählten Therapieform. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit internationalen Metaanalysen. Für die Progression der Behinderung ergab sich jedoch kein signifikanter altersabhängiger Unterschied, was möglicherweise auf die begrenzte Fallzahl zurückzuführen ist.

Fazit: Bei jüngeren Patient:innen bleibt der frühe Einsatz hochwirksamer Therapien sinnvoll, während bei älteren Betroffenen eine initiale Behandlung mit M-DMT ausreichend sein kann – vorausgesetzt, die entzündliche Aktivität ist gering und die klinische Kontrolle engmaschig.

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