Da Rifampicin nur geringe Konzentrationen im ZNS erreicht, wurde wiederholt diskutiert, ob höhere Dosierungen einen therapeutischen Vorteil bringen könnten. Frühere Studien lieferten jedoch widersprüchliche Hinweise. Eine nun im NEJM veröffentlichte internationale Studie liefert neue, robuste Daten zu dieser Frage.
In der randomisierten, doppelblinden Untersuchung erhielten 499 Patient:innen entweder die Standarddosis Rifampicin (10 mg/kg) oder eine deutlich erhöhte Dosis (35 mg/kg) über acht Wochen. Die 6-Monats-Mortalität unterschied sich nicht signifikant: 44,6 % unter Hochdosis versus 40,7 % unter Standardtherapie. Zudem zeigte sich eine frühere Sterblichkeit in der Hochdosisgruppe sowie eine verzögerte neurologische Besserung. Hepatotoxische Ereignisse traten ebenfalls häufiger auf (8 % vs. 4,4 %). Eine Hochdosis-Strategie mit Rifampicin bietet daher keinen klinischen Vorteil und erhöht das Risiko unerwünschter Wirkungen. Die Standarddosierung bleibt damit klar zu bevorzugen.