Häufig wird das bei älteren Personen unter Polymedikation beobachtet. Eine neue Analyse des Karolinska-Instituts in Stockholm zeigt nun, dass durch die anticholinerge Last auch das Herz-Kreislauf-System langfristig belastet wird.
Untersucht wurden Daten von über 508.000 Personen ab 45 Jahren ohne bestehende kardiovaskuläre Erkrankung (außer Hypertonie) über durchschnittlich 14 Jahre.
In diesem Zeitraum traten mehr als 118.000 kardiovaskuläre Ereignisse auf. Das Risiko stieg proportional zur jährlichen kumulativen Dosis an anticholinerg wirksamen Medikamenten – bei bis zu 90 definierten Tagesdosen (DDD) um 16 %, bei 90–364 DDD um 31 % und bei über 365 DDD um 71 %. Besonders ausgeprägt war der Anstieg bei Herzversagen (HR 2,70) und Arrhythmien (HR 2,17). Es kam aber auch zu vermehrten arteriellen Erkrankungen, venösen Thromboembolien, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Die Forschenden betonen, dass Anticholinergika nicht grundsätzlich vermieden werden müssen. Besonders bei Polymedikation sollte aber aufmerksam geprüft werden, ob mehrere anticholinerg wirksame Arzneimittel kombiniert werden.
Quelle
Zhu N, et al.: Anticholinergic drug burden and incident cardiovascular events: a population-based study. BMC Med 2026 Feb 28. DOI: 10.1186/s12916-026-04751-w