Neue S3-Leitlinie 

Reserveantibiotika bei multiresistenten Erregern

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Präzise Diagnostik ermöglicht den verant- wortungsvollen Einsatz von Reserveantibiotika  und sichert damit wirksame Therapien. © Shutterstock
Präzise Diagnostik ermöglicht den verant- wortungsvollen Einsatz von Reserveantibiotika und sichert damit wirksame Therapien. © Shutterstock

Zentrales Element ist die mikrobielle Diagnostik: Für die Abklärung eines MRE-Verdachts sollen mindestens zwei unterschiedliche Verfahren genutzt werden, um Erreger und Resistenzmuster sicher zu bestimmen. Bei gramnegativen Bakterien wird zusätzlich die Analyse des Resistenzmechanismus empfohlen – insbesondere zum Nachweis von Metallo-β-Lactamasen, die neben β-Lactamantibiotika auch Carbapeneme inaktivieren.


Therapieempfehlungen für gramnegative und grampositive Erreger  


Liegt keine MBL vor, empfehlen die Autor:innen bei gramnegativen Erregern Ceftazidim-Avibactam, Meropenem-Vaborbactam oder Relebactam. Für resistente Pseudomonas aeruginosa kommen je nach Empfindlichkeit vier Substanzen infrage: Ceftolozan-Tazobactam, Ceftazidim-Avibactam, Imipenem-Relebactam und Cefiderocol. Gegen Acinetobacter baumannii kann ebenfalls Cefiderocol oder Sulbactam-Durlobactam eingesetzt werden, sofern keine MBL nachweisbar sind.


Bei grampositiven Erregern stehen durch MRSA induzierte Pneumonien und Blutstrominfektionen sowie Infektionen durch Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) im Vordergrund. Vancomycin und Daptomycin gelten als erste Wahl – bei VRE werden Linezolid oder hochdosiertes Daptomycin empfohlen.
Die Leitlinie soll die Auswahl geeigneter Reserveantibiotika erleichtern, Therapiequalität und Patientensicherheit verbessern sowie Krankenhausaufenthalte und Letalität reduzieren. 

Quelle
S3-Leitlinie: Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien. AWMF Reg.Nr. 067-011

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