Zentrales Element ist die mikrobielle Diagnostik: Für die Abklärung eines MRE-Verdachts sollen mindestens zwei unterschiedliche Verfahren genutzt werden, um Erreger und Resistenzmuster sicher zu bestimmen. Bei gramnegativen Bakterien wird zusätzlich die Analyse des Resistenzmechanismus empfohlen – insbesondere zum Nachweis von Metallo-β-Lactamasen, die neben β-Lactamantibiotika auch Carbapeneme inaktivieren.
Therapieempfehlungen für gramnegative und grampositive Erreger
Liegt keine MBL vor, empfehlen die Autor:innen bei gramnegativen Erregern Ceftazidim-Avibactam, Meropenem-Vaborbactam oder Relebactam. Für resistente Pseudomonas aeruginosa kommen je nach Empfindlichkeit vier Substanzen infrage: Ceftolozan-Tazobactam, Ceftazidim-Avibactam, Imipenem-Relebactam und Cefiderocol. Gegen Acinetobacter baumannii kann ebenfalls Cefiderocol oder Sulbactam-Durlobactam eingesetzt werden, sofern keine MBL nachweisbar sind.
Bei grampositiven Erregern stehen durch MRSA induzierte Pneumonien und Blutstrominfektionen sowie Infektionen durch Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) im Vordergrund. Vancomycin und Daptomycin gelten als erste Wahl – bei VRE werden Linezolid oder hochdosiertes Daptomycin empfohlen.
Die Leitlinie soll die Auswahl geeigneter Reserveantibiotika erleichtern, Therapiequalität und Patientensicherheit verbessern sowie Krankenhausaufenthalte und Letalität reduzieren.
Quelle
S3-Leitlinie: Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien. AWMF Reg.Nr. 067-011