Diabetesmanagement

Pharmazeutische Expertise wirkt

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Diabetiker:innen profitieren  sehr von der persönlichen Unterstützung durch Apotheker:innen.  © iStock
Diabetiker:innen profitieren sehr von der persönlichen Unterstützung durch Apotheker:innen. © iStock

Eine randomisierte Studie zeigt nun, dass eine strukturierte, proaktive Beratung durch klinisch geschulte Apotheker:innen das Diabetesmanagement von Hochrisikopatient:innen deutlich sicherer macht. 200 Personen mit Typ-2-Diabetes erhielten ein ausführliches Erstgespräch, in dem Medikation, Risikofaktoren und glykämische Daten bewertet wurden.

Darauf folgten individuelle Therapieziele, Empfehlungen zum Absetzen von Sulfonylharnstoffen, von Bolus-Insulingaben oder der Verwendung von Mischinsulin und eine gezielte Aufklärung zur Hypoglykämieprävention. Ergänzend wurden bei Bedarf weitere Unterstützungsangebote vermittelt. Die Kontrollgruppe erhielt die übliche hausärztliche Versorgung.


Deutliche Vorteile durch pharmazeutische Optimierung

Nach sechs Monaten erhielten 28,1 % der beratenen Patient:innen ein weniger hypoglykämieanfälliges Regime – gegenüber 15,8 % in der Kontrollgruppe. Zudem traten in der Interventionsgruppe keine assoziierten Notfall- oder stationären Aufnahmen auf, während in der Kontrollgruppe 5,3 % betroffen waren. Die glykämische Kontrolle blieb stabil: Beide Gruppen erreichten ähnlich häufig einen HbA1c-Wert unter 8 %. Auch weitere Endpunkte wie Glukagonverordnungen entwickelten sich positiv. Die Daten sprechen klar dafür, pharmazeutische Expertise stärker in die Diabetesversorgung zu integrieren – zum direkten Vorteil der Patient:innen.
RS

Quelle
Gilliam LK, et al.: Pharmacist intervention for safer prescribing in patients with type 2 diabetes at high risk: A randomized clinical trial. JAMA Netw Open 2026; 9(2): e2559946. 
DOI:10.1001/jamanetworkopen.2025.59946

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