Obwohl Frauen häufiger an Demenz erkranken und hormonelle Veränderungen der Menopause als möglicher Faktor gelten, blieb die Evidenzlage bislang widersprüchlich. Frühere Beobachtungsstudien deuteten teils auf protektive Effekte hin, während randomisierte Studien eher Risiken vermuten ließen.
Metaanalyse zeigt keinen Zusammenhang zwischen MHT und Demenz oder MCI
Die neue systematische Übersichtsarbeit schloss zehn Studien mit über einer Million Teilnehmerinnen ein. Analysiert wurden unterschiedliche Therapieformen, die Dauer der Anwendung sowie das Alter bei Therapiebeginn. Das Ergebnis: Es fand sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen MHT und dem Risiko für Demenz oder MCI – weder für Östrogen-Monotherapien noch für kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapien. Auch Subgruppenanalysen zeigten keine konsistenten Risikoänderungen. Die Evidenzqualität wurde überwiegend als niedrig bewertet, vor allem aufgrund der Heterogenität der Beobachtungsstudien.
Die Ergebnisse entsprechen aktuellen Leitlinien, die MHT nicht zur Prävention von Demenz empfehlen. Die Indikation zur MHT sollte weiterhin symptomorientiert gestellt werden. Gleichzeitig macht die Analyse deutlich, dass hochwertige Langzeitdaten fehlen – insbesondere zu verschiedenen Applikationsformen, Dosierungen und speziellen Patientinnengruppen.
Quelle
Melville M, et al.: Menopause hormone therapy and risk of mild cognitive impairment or dementia: a systematic review and meta-analysis. Lancet Healthy Longev 2025; 6(12): 100803. DOI: 10.1016/j.lanhl.2025.100803