Studien entkräften viele vermutete Nebenwirkungen
Die Analyse zeigt, dass die meisten in Packungsbeilagen genannten Beschwerden unter Statinen nicht häufiger auftreten als unter Placebo. Dazu zählen kognitive Störungen, Schlafprobleme, Depressionen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, gastrointestinale Symptome, erektile Dysfunktion und Gewichtszunahme. Die Rate kognitiver Ereignisse lag in beiden Gruppen bei etwa 0,2 % pro Jahr. Auch für Demenz fand sich kein erhöhtes Risiko.
Einzig laborchemische Leberwertveränderungen traten geringfügig häufiger auf, jedoch ohne Anstieg klinisch relevanter Hepatitiden oder Leberinsuffizienz. Ein minimal erhöhtes Risiko zeigte sich zudem für Ödeme und Veränderungen der Urinzusammensetzung. Muskelbeschwerden waren – wie frühere CTT-Analysen bereits zeigten – nur bei einem kleinen Teil der Patient:innen tatsächlich statinbedingt. Ein leichter Anstieg des Blutzuckerspiegels ist bekannt, betrifft jedoch vor allem Personen mit bestehendem Diabetesrisiko.
Die Autor:innen betonen, dass die kardiovaskulären Vorteile der Statine die seltenen und überwiegend milden Nebenwirkungen klar überwiegen.
Quelle
Reith C, et al.: Assessment of adverse effects attributed to statin therapy in product labels: a meta-analysis of double-blind randomised controlled trials. The Lancet; 407 (10529): 689–703.