Eine prospektive Studie der Johns Hopkins School of Medicine zeigt, dass bestimmte Aktivitätsmuster eng mit späterer Behinderungsprogression und Hirnatrophie verknüpft sind. Über drei Jahre trugen 238 MS-Patient:innen ab 40 Jahren vierteljährlich GT9X-Actigraph-Sensoren. Parallel erfolgten jährliche MRTs.
Vormittagsaktivität als sensibler Marker
Während der Nachbeobachtung entwickelten 120 Personen eine EDSS+-bestätigte Progression. Insgesamt sank die körperliche Aktivität jährlich um rund 2 %. Besonders aussagekräftig war der Zeitraum zwischen 8 und 14 Uhr: Eine abnehmende Aktivität in diesem Fenster erhöhte das Risiko für eine spätere Progression deutlich (HR 1,20–1,24).
Auch MRT-Daten spiegelten diese Veränderungen: Weniger morgendliche Aktivität korrelierte mit stärkerem Verlust von Gesamt-Hirnvolumen, tiefer grauer Substanz und Thalamus. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Wearables, um frühe Krankheitsdynamiken sichtbar zu machen.