Die finalen Ergebnisse der Phase-III-Studie ALIGN über 136 Wochen zeigen, dass Atrasentan den Verlust der Nierenfunktion bei Erwachsenen mit IgAN gegenüber Placebo deutlich verlangsamt. Die in The Lancet publizierten Daten belegen einen klinisch relevanten Vorteil bei eGFR und Proteinurie. Am Studienende betrug der Unterschied in der eGFR gegenüber dem Ausgangswert 2,4 ml/min/1,73 m2 zugunsten von Atrasentan. Die eGFR-Slope zeigte über ein Jahr einen Vorteil von 1,4 ml/min/1,73 m2/Jahr (p = 0,003), entsprechend einer 34,1 % langsameren Progression. Die Proteinurie sank nach 9 Monaten unter Atrasentan um 39,5 %, unter Placebo um 1,9 % – eine relative Reduktion von 38,3 %. Die Effekte waren konsistent über verschiedene Messgrößen und auch bei Patient:innen mit zusätzlicher SGLT2-Inhibition.
Obwohl der sekundäre Hauptendpunkt – die Veränderung der eGFR bis Woche 136 – die statistische Signifikanz knapp verfehlte, zeigen die Daten dennoch einen klaren klinischen Vorteil und bestätigen die Rolle von Endothelin-A-Blockern als Teil eines sich entwickelnden Therapieansatzes bei IgAN. Atrasentan ist seit April 2025 in den USA beschleunigt zugelassen, in der EU liegt bislang noch keine Zulassung vor.
Quelle
Heerspink HJL, et al. Atrasentan in patients with IgA nephropathy (ALIGN): final 2·5-year results from a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet 2026 Jun, DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00960-8