
Nach der positiven Einschätzung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Europäische Kommission Isatuximab in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (VRd) für die Induktionstherapie erwachsener Patient*innen mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM), die für eine autologe Stammzelltransplantation geeignet sind, zugelassen.2
Olivier Nataf
Global Head, Oncology
„Sanofis Mission ist es, das klinische Entwicklungsprogramm für Isatuximab zu beschleunigen, um dieses wichtige Medikament so vielen Menschen mit Multiplem Myelom wie möglich bereitstellen zu können. Die Entscheidung stellt einen bedeutenden Erfolg dieser Bemühungen dar und bereitet den Weg dafür, dass mehr Patient*innen in der EU Zugang zu Isatuximab erhalten, und zwar unabhängig von der Transplantationseignung und der Therapielinie.“
Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen des ersten Teils der zweiteiligen, doppel-randomisierten Phase-III-Studie der German Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG)-HD7 (klinische Studienkennung: NCT03617731), die darauf ausgelegt ist, den Effekt von Isatuximab in der Induktions- und Erhaltungsphase unabhängig zu beurteilen. Unter der Kombinationstherapie von Isatuximab mit VRd erzielten transplantationsgeeignete NDMM-Patient*innen ein tiefes und schnelles Ansprechen im Vergleich zu VRd allein. Dies wurde nachgewiesen durch einen statistisch signifikant höheren Anteil der Patient*innen mit minimaler Resterkrankung (MRD)-Negativität am Ende der 18-wöchigen Induktionsphase, dem primären Endpunkt des ersten Teils der Studie.
Die Ergebnisse sind Teil der steigenden klinischen Evidenz, die den Einsatz von Isatuximab in der Erstlinientherapie stützen, und unterstreichen das Potenzial von IsaVRd beim Einsatz vor der Transplantation. Daten aus dem Erhaltungsteil der Studie, der zweiten Studienphase, werden demnächst verfügbar sein.
Mit nun insgesamt vier zugelassenen Indikationen weltweit, darunter zwei in der Erstlinientherapie, bestätigt diese Zulassung Isatuximab als bewährte Therapieoption beim Multiplen Myelom. Sanofi hat das Ziel, ungedeckte Patientenbedürfnisse in der Behandlung des Multiplen Myeloms zu adressieren und die Therapieergebnisse in jedem Stadium der Erkrankung entscheidend zu verbessern.
Referenzen
1. Mai EK et al. J Clin Oncol. 2025; 43(11):1279–1288.
2. Fachinformation Sarclisa®, Stand Juli 2025.
Über die GMMG-HD7-Studie
GMMG-HD7 ist eine zulassungsrelevante, randomisierte, unverblindete, multizentrische, zweiteilige Phase-III-Studie. Sie untersucht Isatuximab in Kombination mit VRd (Lenalidomid, Bortezomib und Dexamethason; auch RVd genannt) im Vergleich zu VRd allein bei transplantationsgeeigneten Patient*innen mit NDMM in der Induktionsphase. Sie vergleicht zudem nach einer erneuten Randomisierung nach der Transplantation die Therapiearme Isatuximab und Lenalidomid mit einer Erhaltungstherapie mit Lenalidomid allein. Die von der GMMG initiierte Studie wird in enger Zusammenarbeit mit Sanofi auf der Grundlage gemeinsam definierter Forschung durchgeführt, wobei Sanofi die GMMG für die Studie finanziell unterstützt. Im Dezember 2021 veröffentlichten Sanofi und die GMMG die Ergebnisse des ersten Teils der Studie, bei dem der primäre Endpunkt der MRD-Negativität nach der Induktionstherapie und vor der Transplantation bei Patient*innen mit NDMM erreicht wurde.
An der Studie nahmen 662 transplantationsgeeignete Patient*innen mit NDMM an 67 Prüfzentren in Deutschland teil. Im ersten Teil der Studie erfolgte die Randomisierung der Teilnehmer*innen zu gleichen Teilen in zwei Studienarme, in denen sie entweder IsaVRd oder VRd in drei 42-tägigen Induktionszyklen erhielten. Nach der Induktionstherapie erhielten alle Patient*innen eine Intensivierungstherapie mit einer autologen Stammzelltransplantation. Im zweiten Teil der Studie wurden die Patient*innen nach der Transplantation erneut randomisiert und erhielten entweder Isatuximab und Lenalidomid oder Lenalidomid allein als Erhaltungstherapie. Im ersten Teil der Studie wurde Isatuximab als intravenöse Infusion in einer Dosis von 10 mg/kg für die ersten vier Wochen des ersten Zyklus einmal wöchentlich verabreicht, danach alle zwei Wochen für den Rest der Induktionsphase.
Im GMMG-HD7-Protokoll waren zwei primäre Endpunkte definiert: MRD-Negativität nach der Induktionstherapie im ersten Teil der Studie und PFS nach der zweiten Randomisierung nach der Transplantation im zweiten Teil der Studie, bei dem Isatuximab mit der Lenalidomid-Erhaltungstherapie kombiniert wurde. Die Daten zum primären Endpunkt des zweiten Teils werden zu einem späteren Zeitpunkt erwartet. Der wichtigste sekundäre Endpunkt für den ersten Teil der Studie war das PFS ab der ersten Randomisierung. Weitere sekundäre Endpunkte waren die Raten des Gesamtansprechens nach der Induktion und nach der Intensivierung und das Gesamtüberleben sowie die Sicherheit.
Die MRD-Negativität wurde nach der Induktionsphase mittels Durchflusszytometrie der nächsten Generation (Sensitivität von 1 x 10-5) bewertet. In der letzten Auswertung der Studiendaten wurde das PFS für beide Arme, unabhängig von der Erhaltungstherapie, ab der ersten Randomisierung gemessen.
Über Isatuximab
Isatuximab ist in mehr als 50 Ländern, einschließlich der USA, EU, Japan und China, für verschiedene Therapielinien zur Behandlung des Multiplen Myeloms zugelassen. Auf der Grundlage der Phase-III-Studie ICARIA-MM wurde Isatuximab in den USA und Japan in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason (Pd) für die Behandlung von Patient*innen mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom (R/R MM), die bereits mindestens zwei Vorbehandlungen erhalten haben, darunter Lenalidomid und ein Proteasominhibitor, zugelassen. Außerdem ist Isatuximab in der EU in Kombination mit Pd für die Behandlung von Patient*innen mit R/R MM zugelassen, die bereits mindestens zwei Vorbehandlungen erhalten haben, darunter Lenalidomid und ein Proteasominhibitor, und nach der letzten Therapie ein Rezidiv erlitten haben.
Auf der Grundlage der Phase-III-Studie IKEMA ist Isatuximab in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason auch in mehr als 50 Ländern zugelassen, darunter in den USA für die Behandlung von Patient*innen mit R/R MM, die bereits ein bis drei Therapielinien erhalten haben, und in der EU für die Behandlung von Patient*innen mit MM, die mindestens eine Vorbehandlung hatten. In den USA und der EU ist Isatuximab in Kombination mit VRd auf der Grundlage der Phase-III-Studie IMROZ als Erstlinientherapieoption bei nicht transplantationsgeeigneten NDMM-Patient*innen zugelassen. Isatuximab ist außerdem auf der Grundlage der Phase-III-Studie GMMG-HD7 in der EU in Kombination mit VRd als Induktionstherapie für transplantationsgeeignete Patient*innen mit NDMM zugelassen.
Weitere Informationen zu klinischen Studien mit Isatuximab finden Sie unter www.clinicaltrials.gov.