Dabei handelt es sich um ein offizielles Dokument der Republik Österreich, betonen Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ). Der Schutzbrief soll künftig nicht nur in Gesundheits- und Bildungseinrichtungen aufliegen, sondern auch bei Behörden stärker ins Bewusstsein rücken.
Denn Genitalverstümmelung finde nach wie vor systematisch statt und es handle sich nicht um eine harmlose Tradition, im Gegenteil: „Das ist pure körperliche Gewalt“, betont Bauer. Weder die körperliche Unversehrtheit noch die Selbstbestimmung seien verhandelbar, unterstreicht Holzleitner. Genitalverstümmelung sei eine klare Menschenrechtsverletzung – hierzulande sind rund 11.000 Mädchen und Frauen betroffen. Und das, obwohl der Eingriff in Österreich verboten ist und mit bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird.
Die Erarbeitung des Dokuments sei ein wichtiger Schritt, sagt Hilde Wolf, Leiterin der Koordinationsstelle Female Genital Mutilation: „Das ist ein konkretes und verständliches Instrument, das wir Frauen und Mädchen in die Hand geben.“ Schließlich gehe es um den Körper der Frau, aber auch um die psychische Belastung.