Impfen in Apotheken

Bereit für den Stich: Österreich soll nachziehen

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Die Impflücke wird größer, der Druck auf die Regierung steigt – gleichzeitig wächst die Impfbereitschaft in der Bevölkerung. „Die Impfbereitschaft der Österreicher:innen liegt bei 76 Prozent. Dieses Momentum sollten wir ausnutzen“, betont Mag. Renée Gallo-Daniel, Generalsekretärin des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller (ÖVIH). 

Was in 19 europäischen Ländern bereits gängige Praxis ist, soll auch in Österreich Realität werden: das Impfen in Apotheken. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss der Regierung wurde bereits zu Jahresbeginn gefasst, die Verhandlungen über den Gesetzesentwurf laufen auf Hochtouren. Bei einer Pressekonferenz fordert der ÖVIH unterdessen, die notwendigen gesetzlichen Änderungen rasch auf den Weg zu bringen. 
Mit dem österreichischen Kinderimpfkonzept und dem öffentlichen Impfprogramm seien zwar wichtige Meilensteine erreicht worden, dennoch seien die Durchimpfungsraten zu niedrig. Die Zahlen würden den dringenden Handlungsbedarf deutlich aufzeigen, betonte Mag. Sigrid Haslinger, Präsidentin des ÖVIH. 

Niederschwellig und wohnortnah  

Österreich gilt als FSME-Risikogebiet – daher spricht sich der ÖVIH dafür aus, die FSME-Impfung ab 2027 auch in öffentlichen Apotheken zu ermöglichen. Wie Zahlen der Virologie der MedUni Wien zeigen, wurden bis September 2026 insgesamt 155 FSME-Erkrankungen bestätigt und drei Todesfälle registriert. Im Jahr 2025 erkrankten 132 Personen an FSME. Besonders alarmierend sei die Impfabdeckung: Nur noch 28 % befinden sich im korrekten Impfschema – 2011 waren es noch 70 %. Auch bei der HPV-Impfung besteht Handlungsbedarf. Für Haslinger steht daher fest: „Neben dem Impfen in Ordinationen, Schulen, Betrieben und Impfinstituten stellt das Impfen in Apotheken eine weitere zusätzliche Impfoption dar.“ Dass das Apothekenimpfen die Impfbereitschaft und die Durchimpfungsraten positiv beeinflussen kann, zeigen internationale Beispiele. In Irland impfen Pharmazeut:innen bereits seit 2011. Seither sei die Influenza-Durchimpfungsrate um 50 Prozent gestiegen. Die Forderung des ÖVIH ist klar: FSME, HPV und eventuell Pertussis sollen ab Jänner in öffentlichen Apotheken verimpft werden. 

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