Postakute Infektionssyndrome

Medikamentöse Behandlungsoptionen

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Die meisten Menschen, die von akuten Infektionen betroffen sind, erholen sich rasch wieder, während einige unter anhaltenden Symptomen in unterschiedlichen Schweregraden leiden. Zu den typischen Symptomen zählen Fatigue, kognitive Beschwerden, Lungenbeschwerden, Schmerzen, Störungen des autonomen Nervensystems und des Immunsystems sowie postexertionelle Malaise (PEM). Unter PEM versteht man eine krankhafte körperliche Belastungs-Erholungsreaktion auf Belastungen oder Tätigkeiten, die vor der Erkrankung keine Beschwerden verursachten.

Die Beschwerden können je nach Syndrom andauernd, wiederkehrend und/oder schwankend sein, neu auftreten bzw. unterschiedlich lange verlaufen. Auch die Ausprägung der Erkrankung reicht von leicht betroffenen bis hin zu bettlägerigen und auf Pflege angewiesenen Personen. 

Aktuell ist die Diagnosestellung noch schwierig, da es keinen validierten Biomarker gibt. Dadurch orientiert sich die Behandlung derzeit an den Symptomen und es gibt noch keine ursächliche Therapie. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen Selbstmanagement-Techniken (Pacing), ggf. Ergo- und Physiotherapie, Psychotherapie und psychologische Behandlungen. Die meisten medikamentösen Therapien erfolgen off-label oder im Rahmen von Studien.

Übersicht 
der Medikamente 

Gestörter Schlaf-/Wach-Rhythmus
• Melatonin

Für Symptome der Mastzellaktivierung (MCAS) oder entsprechender Syndrome wie Mastzellüberaktivität im Rahmen von PAIS und ME/CFS in Bezug auf Tachykardie
• H1- und H2-Blocker
• Ketotifen, Cromoglicinsäure 
(orale Arzneispezialitäten in Ö. nicht zugelassen)

Für mittels Schellong-Tests/Kipptisch nachgewiesenes PoTS im Rahmen von PAIS und ME/CFS in Bezug auf Tachykardie
• (Kardioselektive) ß-Blocker wie Nebivolol
• Ivabradin

Für mittels Schellong-Tests/Kipptisch nachgewiesene orthostatische Intoleranz/PoTS bei PAIS und ME/CFS
• Mestinon® – 60 mg oder magistral 10 mg
• Gutron®
• Astonin H®

Endotheliale Dysfunktion, proBNP-Erhöhung, Prävention vor KHK und PEM bei PAIS und ME/CFS
• Statine (z. B. Atorvastatin 10 mg)
• Magnosolv®
• Dioscomb®

Endotheliale Dysfunktion, Mikrothromben, Durchblutungs­störungen bei PAIS und ME/CFS
• ASS (50 mg), Sulodexid (in Italien für vaskuläre/gefäßbezogene Indikationen zugelassen), Clopidogrel
• Cerebokan® 80 mg

Kognitive Dysfunktion (v. a. Neuroinflammation) bei PAIS und ME/CFS
• Low-Dose-Naltrexon (magistral 0,5 bis 5 mg)
• Low-Dose-Aripiprazol (magistral 0,25 bis 2 mg)
• Fluvoxamin (plus depressive und Zwangsgedanken)
• Guanfacin (nicht bei Kindern) + N-Acetylcystein

Referenz: Nationales Referenzzentrum für postvirale Syndrome, 
Medizinische Universität Wien: Indikations-Medikamentenliste für 
PAIS und ME/CFS in Österreich. Version 21.02.2025; Zugriff: 16.10.2026

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