Systemische Mastozytose
Wie die Bezeichnung nahelegt, liegt die Ursache der Erkrankung in einer pathologischen Akkumulation maligner Mastzellen. Bei systemischer Mastozytose ist nicht nur die Haut beteiligt (kutane Form), sondern auch das Knochenmark sowie innere Organe (Leber, Milz und Darm). In der Regel liegt eine indolente systemische Mastozytose vor, die zwar die Lebensdauer nicht einschränkt, jedoch die Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann. Typisch sind Kopfschmerzen, Urtikaria pigmentosa, Hautläsionen, Hautrötung und Wärme, gastrointestinale Beschwerden und gastroösophagealer Reflux.
GIST
Unter der Bezeichnung GIST (gastrointestinale Stromatumoren) fasst man bösartige Bindegewebstumore (Sarkome) des Magen-Darm-Trakts zusammen. In den meisten Fällen (ca. 60 %) ist der Magen betroffen, gefolgt von Dünndarm, Colon, Mastdarm und Speiseröhre.
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Exon-17-Mutationen
Während die KIT-D816V-Mutation (Exon 17) die häufigste Treibermutation der systemischen Mastozytose ist, treten Exon-17-Mutationen bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) vor allem als sekundäre Resistenzmutationen unter Therapie auf. In beiden Fällen führen sie zu einer Daueraktivierung der KIT-Rezeptor-Tyrosinkinase. Bezuclastinib richtet sich gegen diese mutierte Tyrosinkinase. Als Monotherapie bei der systemischen Mastozytose sowie in Kombination mit Sunitinib bei vorbehandeltem GIST könnte Bezuclastinib künftig für beide Erkrankungen eine neue Behandlungsoption darstellen.
SUMMIT-Phase-II-Studie
In der SUMMIT-Studie erhielten 118 Patient:innen mit indolenter systemischer Mastozytose einmal täglich p. o. Bezuclastinib zusätzlich zur Basistherapie, 60 Patient:innen erhielten Placebo. Die Wahl der optimalen Dosis basiert auf den individuellen Ergebnissen zu Wirksamkeit und Verträglichkeit. Nach 24 Wochen hatten die Patient:innen die Möglichkeit, weitere 24 Wochen Bezuclastinib im Rahmen einer offenen Folgestudie zu erhalten. Nach 24 Wochen kam es zu einer durchschnittlich 43%igen Verbesserung der Symptomatik (nach 48 Wochen um 54 %). Der Anteil einer mehr als 50%igen Verbesserung stieg von 35 % (nach 24 Wochen) auf 56,4 % (nach 48 Wochen).
PEAK-Phase-III-Studie
GIST-Patient:innen mit Imatinib-resistenten oder intoleranten GIST erhielten zu ihrer Sunitinib-Basistherapie zusätzlich Bezuclastinib. Die Ansprechrate betrug für die Kombinationstherapie 46 % (im Vergleich zu 26 % für die Sunitinib-Monotherapie). Das mediane progressionsfreie Überleben konnte von 9,2 Monaten auf 16,5 Monate deutlich verlängert werden. Bezuclastinib zeigte gute Verträglichkeit und Sicherheit.
Quellen