Cannabis-basierte Arzneimittel 

Wirksamkeit bei Nervenschmerzen?

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Angesichts der unzureichenden Studienlage plädieren Forscher:innen für qualitativ hochwertige Untersuchungen mit längerer Laufzeit. © Shutterstock
Angesichts der unzureichenden Studienlage plädieren Forscher:innen für qualitativ hochwertige Untersuchungen mit längerer Laufzeit. © Shutterstock

Auch Kombinationspräparate aus THC und CBD zeigten nur einen geringen Vorteil: 268 von 1.000 Patient:innen berichteten über eine deutliche Besserung, gegenüber 197 unter Placebo. Die Autor:innen bewerten diesen Unterschied als klinisch wenig relevant, zudem ist die Evidenz aufgrund methodischer Schwächen niedrig.

Unerwünschte Wirkungen traten häufig auf

Besonders bei THC/CBD-Kombinationen wurden Schwindel, Gleichgewichtsstörungen sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme deutlich häufiger beobachtet. Psychiatrische Symptome wie Verwirrtheit oder halluzinationsähnliche Erlebnisse traten ebenfalls vermehrt auf. Die Abbruchrate wegen Nebenwirkungen war in den Wirkstoffgruppen deutlich höher als unter Placebo.


Da viele Studien nur wenige Wochen dauerten und wichtige Patientengruppen wie z. B. psychisch Erkrankte oder Personen mit schweren Begleiterkrankungen ausschlossen, bleibt unklar, wie sich Cannabis-basierte Arzneimittel langfristig auswirken und wie gut die Ergebnisse auf die Versorgung übertragbar sind. Die Forschenden fordern daher größere, qualitativ hochwertige Studien mit längerer Laufzeit und differenzierter Betrachtung verschiedener neuropathischer Schmerzformen.
RS

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