Die im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigt, dass präexistente Antikörper gegen Adenoviren – insbesondere gegen Protein VII – bei erneutem Kontakt reaktiviert werden. In sehr seltenen Fällen entstehen dabei somatische Veränderungen in antikörperproduzierenden Zellen. Bei genetisch prädisponierten Personen können diese Antikörper irrtümlich an den Plättchenfaktor 4 binden und eine Thrombozytenaktivierung auslösen.
Durch die Analyse zahlreicher Patientenproben konnte der immunologische Prozess detailliert rekonstruiert werden. Co-Autorin Dr. Linda Schönborn beschreibt den Mechanismus anschaulich: „Es ist so, als wenn bei einem Schlüssel ein Zacken verändert wird und der Schlüssel danach in ein anderes Schloss passt.“ Die Erkenntnisse ermöglichen es nun, die kritische Region des Protein VII gezielt zu modifizieren und damit zukünftige Vektorimpfstoffe weiter zu optimieren.
QUELLE
Wang JJ, et al.: Adenoviral Inciting Antigen and Somatic Hypermutation in VITT. N Engl J Med 2026;
394(7): 669-683. DOI: 10.1056/NEJMoa2514824