Multiple Sklerose 

Schluss mit alten Mythen

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Univ.-Prof. Dr.  Thomas Berger, MSc Vorstand der Universitätsklinik  für Neurologie, MedUni Wien © feel image
Univ.-Prof. Dr. Thomas Berger, MSc Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie, MedUni Wien © feel image

Da die Erkrankung meist im jungen Erwachsenenalter zwischen 20 und 30 Jahren beginnt, ist für den Neurologen Univ.-Prof. Dr. Thomas Berger klar: „Ein Kinderwunsch muss bei der MS-Therapie immer mitberücksichtigt werden.“ Kontraindiziert in der Schwangerschaft sind Fingolimod, Cladribin und Teriflunomid. Bei anderen Wirkstoffen wie Natalizumab, Ocrelizumab, Ofatumumab oder Ublituximab sind Nutzen und Risiken abzuwägen. 

Älter werdende MS-Kranke

Das Durchschnittsalter der MS-Kohorten liegt bei ca. 50–55 Jahren. „Die Entzündungsaktivität nimmt mit dem Alter ab, aber die Krankheitsprogression kann altersunabhängig fortschreiten“, klärte Berger auf. „Da die meisten Studien mit jüngeren Altersgruppen durchgeführt wurden, werden ältere Patient:innen oft off-label therapiert.“ Das Mantra ist: „Nicht das Alter, sondern die Krankheitsaktivität ist entscheidend.“ Ältere Patient:innen haben oft eine geringere Therapieeffektivität und ein höheres Risiko für Nebenwirkungen (z. B. Lymphopenie, opportunistische Infektionen wie PML).

Erste Studien zu neuen Therapien mit BTK (Bruton-Tyrosinkinase)-Inhibitoren zeigten gemischte Ergebnisse. CAR-T-Zell-Therapien hingegen könnten möglicherweise eine neue Ära einleiten. 

Keine Angst 

„Es gibt nichts, was MS-Patient:innen nicht tun dürfen“, betonte der Experte. „Alte Mythen und Einschränkungen sind Unsinn.“ Das Ziel ist es, den Patient:innen die Angst zu nehmen und es ihnen zu ermöglichen, ihre Lebenspläne ohne Einschränkungen umzusetzen. Der Fortschritt in Wissenschaft und Therapie rechtfertigt diesen Optimismus. 

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