Um an die Schädlichkeit von Tabak und Nikotin zu erinnern, hat die WHO 1987 den Weltnichtrauchertag ins Leben gerufen. Zahlreiche Präventivmaßnahmen wie Schockfotos auf Zigaretten-packungen und Werbe- bzw. Rauchverbote haben seither auch in Österreich für eine konstant abnehmende Raucherquote gesorgt. Dennoch rauchen auch hier heute noch rund eineinhalb Millionen Erwachsene und fast jeder fünfte Jugendliche (18 %) greift täglich zu Zigarette, Vapes, Nikotinbeutel, Wasserpfeife oder Tabakerhitzer.
Eine internationale Studie1 unter 14- bis 17-jährigen Teenagern in Österreich ergab, dass in dieser Altersgruppe der Konsum herkömmlicher Zigaretten zwischen 2003 und 2024 zwar von 49 % auf 23 % gesunken ist, sich aber im selben Zeitraum der Konsum von E-Zigaretten von 7 auf 29 % fast vervierfacht hat. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Nikotinbeuteln und E-Liquids, die sich ebenfalls wachsender Beliebtheit erfreuten.
Denn während die Tabak- und Nikotin-verarbeitende Industrie gezielt auf digitale Social-Media-Kampagnen setzt, die die Konsumation ihrer Produkte verharmlosen, glauben viele Jugendliche, dass E-Zigaretten & Co. gesünder sind als die „normale“ Zigarette. Oft ist den Heranwachsenden dabei auch gar nicht bewusst, welche Schadstoffe sie mit diesen Produkten zu sich nehmen: Aromen und Zusatzstoffe sorgen dafür, den klassischen Tabakgeschmack zu überdecken und täuschen so geschickt über Nikotingehalt und in weiterer Folge über Suchtgefahr und gesundheitliche (Spät-)Folgen hinweg. Fazit: Was Aufklärungsarbeit betrifft, ist noch viel Luft nach oben.
Der Gesetzgeber hat mittlerweile auf die neuen Marktentwicklungen reagiert: Das Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz soll noch 2026 modifiziert werden und seit 1. April gelten strengere Regeln für Nikotinprodukte. So fallen z. B. Pouches und Liquids nun in das Tabakmonopol, um den bislang teils ungeregelten Vertrieb zu unterbinden. Ziel ist, den Jugendschutz zu stärken, transparentere Verkaufswege zu schaffen und hohe Qualitätssicherheit sicherzustellen.
Quellen
1 Strizek J, et al.: ESPAD (European School Survey
Project on Alcohol and Other Drugs) Österreich 2024.
Gesundheit Österreich 2025, Wien