Grundlage dieser Einschätzung ist eine große prospektive Kohortenanalyse mit 6.598 Teilnehmenden ohne vorbekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Bei regelmäßiger ASS-Einnahme (≥ 3 ×/Woche) zeigte sich bei Personen mit hohen Lp(a)-Werten eine klare Risikoreduktion – sowohl für neu auftretende Klappenverkalkungen als auch für schwere Stenosen. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei sehr hohen Ausgangswerten: Ab etwa 75 mg/dl sank das Risiko einer Verkalkung um mehr als die Hälfte, bei Werten über 100 mg/dl noch deutlicher. Für erhöhtes LDL-Cholesterin hingegen ließ sich kein vergleichbarer Nutzen nachweisen.
Die Autor:innen betonen den vorläufigen Charakter der Ergebnisse und fordern kontrollierte Studien zur Bestätigung. Dennoch sehen Kardiolog:innen ASS bei hohem Lp(a) und geringem Blutungsrisiko – nach individueller Abwägung – als mögliche therapeutische Option.
QUELLE
Razavi AC, et al.: Aspirin use, lipoprotein(a), and calcific aortic valve disease: the Multi-ethnic Study of Atherosclerosis. Eur Heart J 2026: ehag018.
DOI: 10.1093/eurheartj/ehag018