PRO-Daten

Verbesserte Nebenwirkungserfassung in der Onkologie

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Eine neue internationale Studie unter der Leitung des Psycho-Onkologen Bernhard Holzner der Medizinischen Universität Innsbruck zeigt, dass der systematische Einsatz elektronisch erhobener PRO-Daten die Zuverlässigkeit der Nebenwirkungsbeurteilung für viele Symptome deutlich verbessert. Die Ergebnisse wurden in The Lancet Oncology publiziert.


An der multizentrischen Studie nahmen zwischen 2020 und 2024 über 1.000 Krebspatient:innen aus elf Zentren in zehn Ländern teil – unter Chemotherapie, Immuntherapie oder Strahlentherapie. Randomisiert zugeteilt erhielt die Interventionsgruppe strukturiert aufbereitete PRO-Daten: grafische Darstellungen von Symptomen wie Fatigue, Schmerzen, Übelkeit, Durchfall, Hautveränderungen sowie Angst und Depression. Die Kontrollgruppe hatte keinen Zugang dazu.


Bessere Datenlage, verlässlichere Therapieentscheidungen


Die Nebenwirkungen wurden in der Interventionsgruppe für die meisten Symptome konsistenter beurteilt – die Inter-Rater-Reliabilität stieg messbar. „Mit der Ergänzung der Beurteilungen durch PRO-Daten kann eine größere Übereinstimmung zwischen verschiedenen Beurteilenden erreicht werden. Davon profitieren die Qualität und Vergleichbarkeit der Studienergebnisse und damit die Grundlage für patient:innenorientierte Therapieentscheidungen“, betont Erstautorin Lisa Wintner. Zulassungsbehörden fordern seit Jahren Symptomdaten aus Patientenperspektive. Eine zuverlässigere Erfassung stärkt die Evidenzbasis für neue Krebstherapien. Als nächster Schritt sollen praxistaugliche Standards für die Integration von PRO-Daten entwickelt werden.

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