Migräne

Häufig, belastend – und oft unzureichend behandelt

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Univ.-Prof. Dr.  Christian Wöber Leiter der Kopfschmerzambulanz,  AKH Wien © Sigrid Johns
Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber Leiter der Kopfschmerzambulanz, AKH Wien © Sigrid Johns

Zu selten verordnet: Triptane

Besonders bemerkenswert ist, dass Triptane als wirksamste Medikamente zur Behandlung akuter Migräneattacken gelten und von Patient:innen in Real-World-Studien als äußerst effektiv bewertet werden. Dennoch erhalten in Österreich nur etwa 6 % der Betroffenen ein Triptan. „Das liegt häufig an einer unbegründeten Skepsis im ärztlichen Bereich“, vermutete Wöber.


Gerade für Apotheker:innen eröffnet sich hier gemeinsam mit der Neurologie eine wichtige Chance, das Bewusstsein für moderne Migränetherapien zu stärken und Patient:innen besser über wirksame Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.


CGRP-Antikörper 

CGRP spielt eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie der Migräne, etwa bei Neuroinflammation, Gefäßregulation und Schmerzübertragung. „Mit CGRP-Antikörpern steht erstmals eine gezielte medikamentöse Migräneprophylaxe zur Verfügung. Studien zeigen eine klare Überlegenheit gegenüber Placebo hinsichtlich der Reduktion monatlicher Migränetage und der 50 %-Responderrate.“ Ein früher Therapiebeginn verbessert die Erfolgschancen. Therapiepausen sind meist nicht sinnvoll, da sie oft zu einer Verschlechterung der Migräne führen und die Wirksamkeit bei Wiederaufnahme der Therapie beeinträchtigen können. „Bleibt ein CGRP-Antikörper wirkungslos, kann ein Wechsel Erfolg bringen!“

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