Eine aktuelle Meta-Analyse mit 331.655 Frauen bestätigt nun ein deutlich erhöhtes Migränerisiko bei Endometriose (OR 2,25). Besonders stark ausgeprägt ist der Zusammenhang für Migräne ohne Aura (OR 2,64). Die Assoziation bleibt auch nach Adjustierung für Hormontherapie und andere Störfaktoren bestehen. Trotz methodischer Heterogenität ergibt sich ein konsistentes Bild: Beide Erkrankungen treten klinisch häufig gemeinsam auf und sollten aktiv mitgedacht werden.
Gemeinsame pathophysiologische Mechanismen
Endometriose und Migräne teilen zentrale neuroimmunologische und hormonelle Mechanismen: Sie sind beide zyklusabhängig, östrogenassoziiert und gehen mit einer Dysregulation neuroinflammatorischer Signalwege einher. Zusätzlich ist eine erhöhte Schmerzsensitivierung und -chronifizierung assoziiert. Für die Praxis bedeutet das: Bei Endometriose gezielt nach Migräne fragen – und zyklusabhängige Kopfschmerzen als möglichen Hinweis auf Endometriose berücksichtigen.
Quelle
Colombo GE, et al.: The association between endometriosis and migraine: A systematic review and meta-analysis of observational studies. The Journal of Headache and Pain 2025, 26(1), 82. DOI: 10.1186/s10194-025-02020-4.