Die von einem Forschungsteam der Charité entwickelte Methode soll u. a. Krebstherapien besser an die innere Uhr von Patient:innen anpassen und so deren Wirksamkeit beeinflussen, teilte die Berliner Universitätsklinik mit. Zudem bestätigte der an rund 4.000 Menschen erprobte Test, dass Frauen und Männer sich in ihren Biorhythmen unterscheiden und das Alter eine Rolle spielt.
Der Biorhythmus beeinflusst nicht nur den Schlaf, sondern auch den Stoffwechsel und die Wirkung von Medikamenten. Studien zufolge könne die Tageszeit, zu der z. B. bestimmte Krebsimmuntherapien verabreicht werden, deren Wirksamkeit entscheidend beeinflussen. „Das liegt vermutlich daran, dass das Immunsystem wie die meisten Organe unseres Körpers auch einem etwa 24-stündigen Rhythmus folgt. Und der ist individuell unterschiedlich“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Achim Kramer, Leiter des Arbeitsbereichs Chronobiologie an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Charité.
Die Studie bestätigte auch, dass der Biorhythmus vom Alter abhängt und Menschen mit Mitte 20 im Mittel rund eine Stunde später müde werden als über 50-Jährige. Zudem läutete die innere Uhr bei den getesteten Frauen die Nacht im Schnitt etwas früher ein als bei Männern.