Frühjahrsmüdigkeit nur Einbildung

Mit Mythos aufgeräumt

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Demnach gaben in einer Online-Umfrage zwar viele Menschen an, unter Frühjahrsmüdigkeit zu leiden. Aber detaillierte Befragungen von Hunderten Menschen über ein Jahr hinweg ergaben darauf keinerlei Hinweis. Als Erklärung für Frühjahrsmüdigkeit wird mitunter angeführt, bei steigenden Temperaturen weiteten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinke. Daran müsse sich der Körper erst gewöhnen.

Zudem wird oft auf Hormone verwiesen – etwa auf einen Überschuss des „Nachthormons“ Melatonin nach dem Ende des Winters. „Aus chronobiologischer Sicht ist das völlig unplausibel“, so die Studienautorin Dr. Christine Blume von der Universität Basel. Melatonin werde im 24-Stunden-Rhythmus gebildet und abgebaut. „Eine Art Überschuss von Melatonin, der uns müde macht und zum Ende des Winters zunächst abgebaut werden muss, gibt es nicht.“ Eine weitere Erklärung wäre die kognitive Dissonanzreduktion: Demnach steigt am Ende der dunklen, kalten Jahreszeit der Anspruch, steigende Temperaturen und besseres Wetter ausnutzen zu wollen – für Joggen, Ausflüge, Verabredungen. Wenn dann der dafür nötige Energieschub ausbleibt, bietet die Frühjahrsmüdigkeit eine beruhigende Erklärung.

QUELLE
Blume C, et al.: No evidence for seasonal variations 
in fatigue, sleepiness and insomnia symptoms. J Sleep Res 2026. DOI:10.1111/jsr.70319

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