Im Fokus standen gefälschte und verfälschte Medikamente, der Handel mit anabol-androgenen Steroiden und anderen Dopingmitteln, illegale Nahrungs- und Sportergänzungsmittel sowie gefälschte Hygieneprodukte und Medizinprodukte. Die „Operation SHIELD VI“ ging unter der Ägide von Europol in 30 europäischen Staaten über die Bühne, darunter auch in Österreich. Die heimischen Behörden hoben in Wien ein Untergrundlabor aus, in dem unter nicht sterilen Bedingungen anabole Steroide und sogenannte SARMs bereitgestellt wurden. Von Österreich aus wurden die Produkte nach Deutschland, Tschechien, Italien, Spanien, in die Schweiz sowie in weitere Staaten versandt.
Große Mengen sichergestellt
Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Ermittelnden die verbotenen Substanzen in Kanistern und Säcken sicher. Zusätzlich wurden umfangreiche Produktions- und Verpackungsmaterialien beschlagnahmt, darunter Millionen leerer Kapseln, Streckmittel, Pipetten, Etikettenrollen samt Drucker sowie Kapselfüllmaschinen. Die Rohsubstanzen, Hilfsstoffe und Verpackungsmaterialien waren zuvor aus Großbritannien nach Österreich geliefert worden. Die vorläufige Auswertung belegt bereits den Versand von 3.602 Flaschen verbotener Substanzen. Darunter befanden sich SARMs wie MK-2866 (Ostarine) und RAD-140 (Testolone) sowie das Steroid Dianabol – diese zählen gemäß der WADA-Verbotsliste zur Kategorie S1 (anabole Stoffe). Zudem wurde Ibutamoren (MK-677) sichergestellt, ein Wachstumshormon-Sekretagoge (Ghrelin-Rezeptor-Agonist), der der WADA-Kategorie S2 zugeordnet ist. All diese Substanzen sind sowohl im als auch außerhalb des Wettkampfs untersagt.
Sichergestellt wurden unter anderem mehr als 139.000 illegale Medikamentenpackungen, über 3,2 Millionen Tabletten sowie große Mengen an Wirkstoffen und Rohmaterialien. Hinzu kamen fast 300.000 Pakete mit Dopingmitteln, tausende Liter aktiver Substanzen, mehr als 4,5 Millionen Tabletten sowie über eine Million Ampullen. Auch 71.610 medizinische Produkte und 48.531 Nahrungsergänzungsmittel wurden beschlagnahmt. Der Gesamtwert der sichergestellten Waren beläuft sich auf rund 33,17 Millionen Euro. „Arzneimittelkriminalität gefährdet die öffentliche Gesundheit, unterwandert legale Lieferketten und finanziert organisierte Kriminalität“, so das Bundeskriminalamt. „Soziale Medien, Online-Marktplätze und das Darknet spielen dabei eine zentrale Rolle.“