Die randomisierte PIPPA-Tamariki-Studie mit 3.923 Neugeborenen zeigt, dass die Behandlung fieberhafter Infekte im ersten Lebensjahr mit Paracetamol nicht häufiger zu Ekzemen (16,2 % vs. 15,4 %) oder Bronchiolitis (4,9 % vs. 4,3 %) führt als die Behandlung mit Ibuprofen. Die Unterschiede waren statistisch nicht signifikant.
Damit widerspricht die Studie früheren Beobachtungsdaten, die Paracetamol im Säuglingsalter mit einem erhöhten Athma- und Ekzemrisiko im Schulalter assoziiert hatte. Da diese Zusammenhänge nicht kausal belegt waren, ist die neue randomisierte Evidenz besonders relevant.
Auch in den sekundären Endpunkten zeigten sich weitgehend vergleichbare Ergebnisse. Interessanterweise benötigten Kinder der Paracetamol-Gruppe sogar etwas seltener Medikamente zur Ekzembehandlung (adjustierte OR 0,85). Beide Wirkstoffe wurden gut vertragen; schwerwiegende unerwünschte Ereignisse waren selten und nicht medikationsbedingt.
Paracetamol bleibt also – ebenso wie Ibuprofen – eine sichere Option zur Fieber- und Schmerzbehandlung im Säuglingsalter. Die Studie läuft weiter bis zum Alter von sechs Jahren, um mögliche Effekte auf spätere Asthmaerkrankungen zu erfassen.
RS
Quelle
Tan E, et al.: Paracetamol versus ibuprofen as required for fever or pain in the first year of life and the risk of eczema and bronchiolitis at age 1 year in New Zealand (PIPPA Tamariki): a multicentre, open-label, parallel-group, superiority, randomised controlled trial. Lancet Child Adolesc Health 2026 Mar;10(3):156-166.
DOI: 10.1016/S2352-4642(25)00341-4