Tradipitant

Gegen Reiseübelkeit

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Eine Frau beugt sich über die Toilette. © Shutterstock
Es existieren zahlreiche Auslöser und Ursachen für Übelkeit und Erbrechen. © Shutterstock

Der Wirkstoff blockiert die Bindung von Substanz P an NK-1-Rezeptoren und unterbricht damit einen 
zentralen Signalweg der bewegungsbedingten Emesis. 

Grundlage der Zulassung sind zwei Phase-III-Studien unter realen Seebedingungen, in denen Tradipitant die Häufigkeit von Erbrechen deutlich senkte. In der Motion Syros-Studie erbrachen 18,3–19,5 % der behandelten Personen, verglichen mit 44,3 % unter Placebo. In Motion Serifos lagen die Raten bei 10,4–18,3 % unter Tradipitant und 37,7 % im Placeboarm.

Die empfohlene Dosierung beträgt 85 mg oder 170 mg als Einzeldosis etwa eine Stunde vor einer erwarteten Bewegungsexposition; die Einnahme sollte nüchtern erfolgen. Typische Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit und Somnolenz, weshalb auf mögliche Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit hingewiesen werden muss. Starke CYP3A4-Hemmer können die Wirkstoffexposition erhöhen; bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Lebererkrankungen wird die Anwendung nicht empfohlen.


Parallel wird Tradipitant für weitere Indikationen geprüft, darunter Gastroparese sowie Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit GLP-1- Rezeptoragonisten. Da rund 25–30 % der Erwachsenen von Reisekrankheit betroffen sind, könnte der Wirkstoff nach über vier Jahrzehnten erstmals wieder eine neue pharmakologische Option bieten. Bei der EMA liegt bislang noch kein Zulassungsantrag vor.


QUELLE
https://www.gastroenterologyadvisor.com/news/fda-approves-novel-motion-sickness-treatment-nereus/

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