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Hirnvenenthrombosen nach COVID-19-Impfung: Rätsel gelöst

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Impfstoff © Shutterstock
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Diese Erkenntnis könnte dazu beitragen, Impfstoffe künftig noch sicherer zu machen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Bereits während des Höhepunkts der Corona-Pandemie im Jahr 2021 erlangte das Greifswalder Team um Prof. Andreas Greinacher weltweite Aufmerksamkeit, als es die Ursache extrem seltener Blutgerinnsel in den Hirnvenen nach Impfungen mit Vektor-basierten COVID-19-Impfstoffen identifizierte.

Im Laufe ihres Lebens entwickeln Menschen durch natürlich auftretende Infektionen wie Erkältungen Antikörper gegen das Adenovirus. Da dieses Virus sehr verbreitet ist, kommt fast jeder Mensch mindestens einmal damit in Kontakt. Dabei entstehen unter anderem Antikörper gegen ein bestimmtes Virusprotein, das Protein VII. Tritt Jahre später erneut ein Kontakt mit Adenoviren auf, werden diese Antikörper reaktiviert. In sehr seltenen Fällen kann es dabei zu einer zufälligen Veränderung der Erbinformation – einer sogenannten Mutation – in einzelnen antikörperproduzierenden Zellen kommen.

Bei Menschen mit einer besonderen genetischen Veranlagung kann dies dazu führen, dass sich Antikörper nicht mehr an eine ganz bestimmte Stelle des Protein VII binden, sondern fälschlicherweise an den sogenannten Plättchenfaktor 4. Dadurch werden Blutplättchen aktiviert und es kann zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. „Es ist so, als wenn bei einem Schlüssel ein Zacken verändert wird und der Schlüssel danach in ein anderes Schloss passt“ sagt die Co-Autorin Dr. Linda Schönborn von der Unimedizin Greifswald. „Diese Kombination aus zufälliger Mutation und genetischer Besonderheit kommt ausgesprochen selten vor. Daher ist auch das Risiko für diese Komplikation sehr gering.“

Betroffene Patient*innen aus ganz Deutschland stellten dem Greifswalder Forschungsteam ihre Blutproben zur Verfügung. Dank dieser außergewöhnlichen Unterstützung konnte das Team die seltenen immunologischen Abläufe im Detail analysieren und so den zugrunde liegenden Mechanismus aufklären.


Wichtige Erkenntnis für die Zukunft der Impfstoffentwicklung

„Jetzt können wir die verantwortliche Stelle im Protein VII des Impfstoffs gezielt verändern und Vektor-Impfstoffe für alle sicherer machen. Relevant ist das insbesondere in Regionen, in denen auch heute noch lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie Ebola verbreitet sind“, sagt Prof. Andreas Greinacher, der verantwortliche Leiter der Studie.

Quelle:  Universitätsmedizin Greifswald 

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