Ursprung einer Bewegung
Der Dry January geht auf eine Initiative aus Großbritannien zurück: 2013 startete dort die Organisation Alcohol Change UK eine freiwillige Kampagne, bei der Menschen im gesamten Januar keinen Alkohol trinken – als eine Art Neustart nach den Feiertagen. Die Idee verbreitete sich schnell über soziale Netzwerke und Medien, und inzwischen nehmen weltweit Millionen Menschen teil.
Was Alkohol im Körper anrichtet
Alkohol ist ein Zellgift, und muss vom Körper metabolisiert werden. Die Leber spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie baut Alkohol ab, doch dieser Prozess verläuft langsam und belastet das Organ schon bei moderatem Konsum. Langfristiger Alkoholkonsum kann zu Fettleber, erhöhtem Blutdruck, gestörtem Schlaf und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Herzkrankheiten oder bestimmte Krebsarten führen. Selbst moderater Konsum birgt gesundheitliche Risiken, und viele der vermeintlichen Vorteile – etwa durch ein Glas Wein – sind wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.
Studien zeigen positive Effekte
Eine große Übersichtsarbeit von Forschenden der Brown University analysierte 16 Studien mit über 150.000 Teilnehmer:innen. Darin konnte gezeigt werden, dass bereits ein Monat ohne Alkohol zu messbaren psychischen und physischen Verbesserungen führt – darunter verbesserter Schlaf, gesteigerte Stimmung, Gewichtsabnahme und positive Veränderungen bei Blutdruck, Leberfunktion und Blutzuckerwerten. Auch zeigte sich, dass viele Teilnehmende danach weniger trinken als zuvor1.
In einer prospektiven Studie aus Frankreich mit über 2.000 Erwachsenen wurde untersucht, wie sich der Verzicht auf Alkohol im Januar auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt. Die Teilnehmer:innen, die den Dry January komplett durchhielten, berichteten nach einem Monat über Verbesserungen bei Schlafqualität, mentalem Wohlbefinden und körperlicher Gesundheit2.
Diese Studien zeigen, dass ein temporärer Alkoholverzicht nicht nur subjektiv als positiv empfunden wird, sondern auch mit objektiv messbaren Vorteilen für Körper und Psyche einhergeht.
Die positiven Effekte des Verzichts
Schon nach wenigen Tagen ohne Alkohol berichten viele Menschen von besserem Schlaf, mehr Energie und einem klareren Kopf. Nach einigen Wochen beginnt sich die Leber zu regenerieren, der Blutdruck kann sinken, und das Immunsystem wird entlastet. Auch die Haut wirkt oft frischer, da Alkohol dehydrierend wirkt und Entzündungen begünstigt.
Wichtig: Der Dry January soll kein Verbot, sondern ein Experiment sein – und ein Weg, über den eigenen Konsum nachzudenken.
Quellen
1: https://sph.brown.edu/news/2025-12-03/dry-january
2: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41110619/