Vielversprechende Daten im pädiatrischen Bereich zeigt eine randomisierte Phase-3-Studie (AIEOP-BFM ALL 2017), vorgestellt beim EHA-Kongress 2026 in Stockholm: Bei Kindern mit neu diagnostizierter Hochrisiko-B-Zell-ALL lässt sich ein Teil der intensiven Chemotherapie durch den bispezifischen CD19/CD3-Antikörper Blinatumomab ersetzen – mit besserer Wirksamkeit und geringerer Toxizität.
Dafür wurden Patient:innen nach Induktion, Konsolidierung und einem Chemotherapiezyklus randomisiert und erhielten entweder zwei Blinatumomab-Zyklen oder zwei Chemotherapiezyklen. Die geplante Zwischenanalyse zeigte nun ein deutlich besseres ereignisfreies 4-Jahres-Überleben im Blinatumomab-Arm (83,0 % vs. 70,3 %). Auch die Rückfallrate und isolierte ZNS-Rezidive fielen unter Blinatumomab niedriger aus. Bei Patient:innen mit minimaler Resterkrankung (MRD) vor der Randomisierung sank die MRD-Last unter Blinatumomab deutlich häufiger als unter Chemotherapie.
Auch beim Nebenwirkungsprofil zeigten sich Unterschiede zugunsten von Blinatumomab: Infektionen und schwere Mukositis mit Hospitalisierung traten seltener auf, ebenso lebensbedrohliche Nebenwirkungen. Bei transplantierten Patient:innen war die Nicht-Rückfall-Mortalität im Blinatumomab-Arm deutlich geringer. Neurologische Nebenwirkungen traten dagegen etwas häufiger auf, ein Cytokine-Release-Syndrom höheren Grades blieb insgesamt selten.
Quelle
EHA 2026 – Abstract EHA-3803/S103