Die Wiener Psychologin Christina Bauer untersuchte in einer Langzeitstudie mit 748 Teilnehmer:innen, ob sich dieser Effekt umkehren lässt. Die Forscherin entwickelte eine kurze, etwa 20-minütige Übung, die einen Perspektivwechsel ermöglicht: Statt Defizite zu betonen, reflektierten die Teilnehmenden ihre Stärken im Umgang mit Depression – etwa Durchhaltevermögen oder den konstruktiven Umgang mit negativen Emotionen.
Das Ergebnis: Das Selbstvertrauen stieg deutlich, unabhängig von der Symptomschwere. Noch bedeutsamer waren die längerfristigen Effekte. In einem zweiwöchigen Experiment machten die Teilnehmenden 49 % mehr Fortschritt bei persönlichen Zielen als die Kontrollgruppe. Bauer warnt: „Narrative können wie selbsterfüllende Prophezeiungen wirken und Menschen daran hindern, ihr volles Potenzial zu entfalten.“
Quelle
Bauer CA, et al. Personality and Social Psychology Bulletin 2026.
DOI: 10.1177/01461672251412492