Modernes Gesundheitssystem gefordert

Medizin & Politik im Dialog über Systemreform

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Die Politik ist gefordert, konsequent strukturelle Weichen zu stellen – darin waren sich die  Diskussionsteilnehmer:innen aus Medizin, Sozialversicherung und Wissenschaft einig. © Praevenire/APA-Fotoservice/Krisz
Die Politik ist gefordert, konsequent strukturelle Weichen zu stellen – darin waren sich die Diskussionsteilnehmer:innen aus Medizin, Sozialversicherung und Wissenschaft einig. © Praevenire/APA-Fotoservice/Krisz

Praevenire-Präsident Dr. Hans Jörg Schelling mahnte zur Gesamtschau und forderte einheitliche digitale Systeme sowie eine gemeinsame Finanzierung. Mag. Claudia Neumayer-Stickler, Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, warnte dabei ausdrücklich vor Leistungskürzungen. Dass Reformen stets konkrete Fachbereiche betreffen, zeigte sich in den weiteren Beiträgen: Univ.-Prof. Petra Kohlberger (Klin. Abt. für Allgem. Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, MedUni Wien) forderte im Bereich Frauengesundheit ein nationales Qualitätsregister für ästhetische Behandlungen. Prof. Shahrokh F. Shariat (Leitung Urologie MedUni Wien) plädierte für ein risikoadaptiertes Prostatakrebs-Screening und kritisierte: „Österreich ist derzeit das einzige EU-Land, das hier nicht mitzieht – obwohl die Datenlage klar ist.“ 


Dr. Georg Psota (Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Wien) betonte die Dringlichkeit psychischer Gesundheitsversorgung für junge Menschen und forderte gezielte, datenbasierte Angebote. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour (Vorstand der Abt. für Innere Medizin und Pneumologie, Klinik Floridsdorf) verwies auf die unterschätzte Krankheitslast bei Lungenerkrankungen: „Wir brauchen einen Ausbau der Früherkennung – wer früher erkennt, rettet Leben und entlastet das Gesundheitssystem.“ Dr. Eva Höltl (Leitung Health Center, Erste Bank Group) forderte eine gestärkte Arbeitsmedizin am Arbeitsplatz, Sebastian Hochreiter (Student MedUni Wien) mehr Innovation und junge Perspektiven in der Gesundheitspolitik.


Das Fazit war eindeutig: Die Analysen liegen vor – nun ist die Politik gefordert, die strukturellen Weichen konsequent zu stellen.

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