Anlässlich des Österreichischen Impftages am 17.1 unterstreicht Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, die Bedeutung von Impfungen und verweist auf die laufenden Innovationen in der Impfstoffentwicklung: „Impfungen zählen zu den effektivsten präventiven Maßnahmen der Medizin. Bei manchen Infektionskrankheiten sind sie sogar die einzige wirksame Vorsorgeoption. Damit dieses Potenzial tatsächlich wirkt, müssen Impfungen konsequent in Anspruch genommen werden.“
Österreich weist seit Jahren im europäischen Vergleich unterdurchschnittliche Durchimpfungsraten auf. Die Folgen sind bereits sichtbar: Infektionskrankheiten wie Masern, Keuchhusten oder Hepatitis A treten wieder deutlich häufiger auf. Dabei sei Impfschutz nicht nur im Kindesalter relevant, sondern über die gesamte Lebensspanne hinweg, betont Herzog: „Ein lückenloser Impfschutz über alle Lebensphasen hinweg ist ein zentraler Bestandteil moderner Gesundheitsvorsorge.“ Insbesondere ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen profitieren demnach von Impfungen, da sie das Risiko schwerer Krankheitsverläufe reduzieren, das Gesundheitssystem entlasten und die Lebensqualität erhalten können.
Vor diesem Hintergrund plädiert Herzog für eine Weiterentwicklung des Impfprogramms für Erwachsene. Dazu zählen klare Empfehlungen für regelmäßige Auffrischungsimpfungen, eine verstärkte Information der Bevölkerung sowie die konsequente Umsetzung der nationalen Impfempfehlungen. Ziel sei es, einen verlässlichen Impfschutz über alle Lebensphasen hinweg sicherzustellen und gleichzeitig das Gesundheitssystem spürbar zu entlasten.
Parallel dazu schreitet die Forschung an neuen Impfstoffen voran. Der Pipeline-Report von Vaccines Europe aus dem Dezember des Vorjahres dokumentiert eine hohe Innovationsdynamik: Derzeit befinden sich 91 Impfstoff- und Antikörperkandidaten gegen Infektionskrankheiten in klinischer Entwicklung. Ein wesentlicher Teil davon richtet sich gegen Erreger, für die bislang keine zugelassenen Impfstoffe existieren, darunter Lyme-Borreliose, das Epstein-Barr-Virus oder HIV. Zum Einsatz kommen unterschiedliche moderne Technologien, von mRNA- bis hin zu proteinbasierten Impfstoffen.
Die Innovationspipeline umfasst dabei nicht nur klassische Kinderimpfungen oder Erkrankungen der Atemwege, sondern adressiert auch globale Herausforderungen wie antimikrobielle Resistenzen, infektiös bedingte Krebserkrankungen sowie die Vorsorge für zukünftige gesundheitliche Krisen. „Impfstoffforschung ist ein zentraler Pfeiler resilienter Gesundheitssysteme“, so Herzog. „Sie verbindet Prävention, Innovationskraft und Standortpolitik.“
Der Österreichische Impftag bietet jährlich einen wichtigen Rahmen für Bewusstseinsbildung und dient zugleich als Plattform für den fachlichen Austausch über die Bedeutung von Impfungen für Gesundheit und Innovation in Österreich.