Praktischer Nutzen

APO App als gemeinsame digitale Dachmarke der Öffentlichkeit präsentiert

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Apothekerkammer-Präsidentin Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr (l.) & Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann © beigestellt
Apothekerkammer-Präsidentin Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr (l.) & Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann © beigestellt

Die App positioniert sich als zentrale digitale Dachmarke aller österreichischen Apotheken und soll hybride Gesundheitsversorgung ermöglichen. Knapp 1.000 Apotheken sind bereits integriert, „stündlich kommen weitere hinzu“, so Apothekerkammer-Präsidentin Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr.

Praktischer Nutzen für Apotheke und Kund:innen

Die App ermöglicht Patient:innen die Suche nach geöffneten Apotheken per Kartenfunktion, die Abfrage von Medikamentenverfügbarkeiten inklusive Alternativen bei Nichtverfügbarkeit sowie den Zugriff auf digitale Gebrauchsinformationen. Zusätzlich können User:innen in der App auch persönliche Medikationspläne mit Erinnerungsfunktionen erstellen, wobei alle Daten ausschließlich lokal auf dem Smartphone gespeichert bleiben.

Für die teilnehmenden Apotheken entsteht kein zusätzlicher Arbeitsaufwand: Nach einmaliger Zustimmung werden die Lagerstände automatisiert über die bestehende Warenwirtschaft aktualisiert – einmal täglich vollständig, alle zehn Minuten bei Bestandsänderungen.

Mursch-Edlmayr betonte bei der Pressekonferenz die strategische Bedeutung: „Wir wissen, dass eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung hybride Strukturen als Antrieb braucht, um digitale Welten mit Präsenzwelten strategisch und sinnstiftend miteinander zu vernetzen.“ Die Apothekerschaft verfüge über gesichertes Wissen, jahrelange Erfahrung und Innovationskraft, kombiniert mit menschlicher Nähe – genau diese Stärken solle die App sichtbar machen.

Vertrauen als Grundlage

Eine aktuelle, noch unveröffentlichte Studie untermauert die Position der Apothekerschaft: Mit 92 % erreicht sie den höchsten Vertrauensindex aller abgefragten Berufsgruppen. 84 % der Befragten sind zudem überzeugt, dass Apotheken ein Chaos in der Medikamentenversorgung verhindert haben und weiterhin verhindern. Dieses Vertrauen sei die Grundlage dafür, wie digitale Angebote künftig aufgebaut werden sollen, so Mursch-Edlmayr. Sie verwies auch auf die Alleinstellung der Apotheken als einzige Anbieter im niedergelassenen Gesundheitsbereich, die Teil der kritischen Infrastruktur sind.

Politische Rückendeckung und strategische Einbindung

Gesundheitsministerin Schumann unterstrich die Bedeutung der Apotheken für die Digitalisierungsstrategie: „Der einfache, leistbare und sichere Zugang zu Arzneimitteln für alle Patientinnen und Patienten hat für mich oberste Priorität.“ Die APO App sei ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung konkret bei den Menschen ankomme – nicht als Entweder-oder zwischen digital und analog, sondern als intelligentes Zusammenspiel beider Welten. Die kürzlich beschlossene Zukunftsvereinbarung E-Health zwischen Gesundheitsministerium, Sozialversicherung und Ärztekammer schaffe den Rahmen bis 2030, wobei die Apothekerkammer als zentrale Partnerin explizit in den Bundeszielsteuerungsunterlagen erwähnt sei.

Vernetzung mit 1450 und geplante Erweiterungen

Ab Februar wird die Gesundheitsberatung 1450 österreichweit auf die Verfügbarkeitsdaten der teilnehmenden Apotheken zugreifen können, um Anrufenden Auskunft über geöffnete Apotheken und Medikamentenverfügbarkeit zu geben. Jede Apotheke muss dieser Datenfreigabe jedoch gesondert zustimmen – die digitale Souveränität bleibt beim einzelnen Betrieb. Ab April startet in Wien ein Pilotprojekt, bei dem Anrufende über 1450 direkt Termine für eine Langzeitblutzucker-Testaktion in teilnehmenden Apotheken buchen können. Nach erfolgreicher Erprobung wird dieses Buchungsportal österreichweit ausgerollt und auf weitere Dienstleistungen wie COVID- und Influenza-Tests, Blutzucker- und Cholesterinmessungen sowie Titerbestimmungen erweitert.

Flächendeckende Versorgung als Ziel

Mursch-Edlmayr stellte klar, dass nicht alle Apotheken teilnehmen können oder müssen – etwa Spitalsapotheken mit ihren besonderen Versorgungsverpflichtungen. Das Ziel sei flächendeckende Versorgung, nicht Vollständigkeit: „Wenn wir Regionen mit weißen Flecken herausfinden, werden wir versuchen – wie in der Pandemie beim Testen – diese Lücken zu schließen.“ Die App sei bewusst als erster Grundschritt konzipiert, auf den viele weitere folgen werden. „Es ist kein futuristisches IT-Projekt, sondern ein gesellschaftliches Zukunftsmodell, das wir mit aller Kraft bespielen wollen“, so die Präsidentin abschließend.

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