Cannabidiol (CBD) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Es werden ihm schmerzlindernde, entzündungshemmende, angstlösende und krampflösende Wirkungen zugeschrieben. Während CBD-haltige Arzneispezialitäten wie Epidyolex® oder Sativex® gut erforscht und zugelassen sind, fehlt es bei CBD-Produkten, die als Lifestyle-Präparate angeboten werden, an belastbaren Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit. Eine aktuelle Studie weist nun auf ein potenzielles Risiko von Lebertoxizität durch CBD auch in niedrigen Dosierungen hin.
Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, welche kürzlich in JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde, untersuchte die Auswirkungen von niedrig dosiertem CBD (5 mg/kg Körpergewicht/Tag) auf die Leberwerte. Über vier Wochen erhielten 151 gesunde Erwachsene CBD, während 50 ein Placebo einnahmen. Ein Anstieg der Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Aspartat-Aminotransferase (AST) auf mehr als das Dreifache der oberen Normgrenze wurde als primärer Endpunkt definiert. In der CBD-Gruppe trat dieser bei 5,6 % der Teilnehmenden auf, während in der Placebogruppe keine Fälle verzeichnet wurden. Sieben der acht Betroffenen erfüllten die Kriterien für einen arzneimittelinduzierten Leberschaden. Nach Absetzen des Präparats normalisierten sich die Leberwerte innerhalb von ein bis zwei Wochen.
Diese Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass selbst niedrig dosiertes CBD potenziell lebertoxisch wirken kann. Besonders problematisch ist dies vor dem Hintergrund der breiten Anwendung unregulierter CBD-Produkte ohne ärztliche Überwachung. Weitere Studien mit größeren Populationen und Langzeitanalysen sind notwendig, um das Sicherheitsprofil von CBD zu bewerten.
Apotheker:innen sollten Patient:innen daher über die potenziellen Risiken und auch das Wechselwirkungspotential von CBD-Produkten aufklären und deren Einsatz kritisch hinterfragen.
Quelle
Florian J, et al.: Cannabidiol and liver enzyme level elevations in healthy adults. A randomized clinical trial. JAMA Intern Med 2025; 185(9):1070-1078