Analyse von US-Wissenschaftern

Abnehmspritzen wirken bei Frauen besser als bei Männern

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"GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) stellen eine neue Klasse von Medikamenten dar, die zur Behandlung chronischer Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und/oder Adipositas zugelassen sind. Es ist jedoch unklar, ob die Wirksamkeit dieser Medikamente in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Body-Mass-Index (BMI) und HbA1c-Ausgangswert (mittelfristiger Blutzuckerwert; Anm.) variiert", schrieben Caleb Alexander vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (Baltimore/US-Bundesstaat Maryland), und seine Co-Autoren in der jetzt erschienenen Untersuchung (doi: 10.1001/jamainternmed.2025.8222).


Hoffnung für Millionen Betroffene - Milliarden-Pharma-Geschäft


Weltweit gelten die Abnehmspritzen mit Wirkstoffen wie Semaglutide, Liraglutide, Exenatide, Lixisenatide, Dulaglutide oder Tirzepatide bei steigenden Zahlen von Adipositas-Patienten als große Hoffnung für die Betroffenen und als Milliardengeschäft für die Pharma-Industrie. Solche Medikamente in Tablettenform könnten in Zukunft zu einer noch breiteren Verwendung des Therapieprinzips führen. Doch umfassende Informationen zum Effekt der Arzneimittel auf bestimmte Personengruppen haben bisher gefehlt.


Die US-Wissenschafter werteten deshalb 41 wissenschaftliche Publikationen und 64 klinische Studien mit per Zufall zu Vergleichsgruppen zugeteilten Probanden aus. Von den GLP-1-Rezeptoragonisten waren dabei am häufigsten Semaglutide und Dulaglutide angewendet worden. Zu Tirzepatide gab es keine Analyse.


Ursache noch nicht geklärt


Die Ergebnisse sprechen ziemlich deutlich für einen geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Abnehmeffekt durch die Medikamente. Die US-Wissenschafter: "In sechs Studien (19.906 Patienten), die nach Geschlecht analysiert wurden, war der Gewichtsverlust bei Frauen (minus 10,9 Prozent vom Ausgangswert) höher als bei Männern (minus 6,8 Prozent). Wir fanden keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich Alter (sieben Studien mit 4.314 Patienten), ethnischer Zugehörigkeit (neun Studien, 25.229 Patienten), Herkunft (sieben Studien, 8.328 Patienten), Ausgangs-BMI (15 Studien, 9.473 Patienten in drei Analysen) oder Ausgangs-HbA1c-Wert (vier Studien, 1.886 Patienten)."

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