Narkolepsie
Narkolepsie gehört zum Formenkreis der Schlaf-Wach-Störungen und zeichnet sich durch ein exzessives Tagesschlafbedürfnis aus. Bei Narkolepsie vom Typ 1 ist die übersteigerte Müdigkeit oftmals begleitet von einem akuten, reversiblen Verlust des Muskeltonus. Je nachdem, welche Muskeln betroffen sind, kann es zu Sprachstörungen oder auch Stürzen kommen. Die Diagnose wird in einem Schlaflabor gestellt und ergibt sich aus den EEG-Messungen des Tages- und Nachtschlafes. Möglicherweise ist die Narkolepsie vom Typ 1 die Folge einer Autoimmunreaktion, die den Untergang von Orexin-produzierenden Neuronen im Hypothalamus auslöst. Orexine sind zentrale Regulatoren von Schlaf- und Wachmustern und tragen zu weiteren wichtigen Funktionen wie Aufmerksamkeit, Stimmung, Stoffwechsel und Widerstandsfähigkeit bei.
Orexine können ihre Wirkung über zwei Rezeptoren entfalten, die Orexin-Rezeptoren 1 und 2 (OX1R und OX2R). Orexinrezeptorantagonisten können bei übersteigerter Wachheit als Schlafmittel eingesetzt werden (Daridorexant, Quviviq®). Den gegenteiligen Effekt soll Oveporexton als Orexinrezeptoragonist bei Narkolepsie vermitteln.
Anwendung
Narkolepsie Typ 1
Hersteller
Takeda
Nomenklatur
N-[(2S,3R)-2-[[3-(3,5-Difluor-
phenyl)-2-fluorphenyl]methyl]-
4,4-difluor-1-(2-hydroxy-2-
methylpropanoyl)pyrrolidin-3-yl]ethansulfonamid
Oveporexton ist ein selektiver Agonist des Orexinrezeptors Typ 2 (OX2R) und kompensiert dadurch den Ausfall von Orexin-produzierenden Neuronen im Hypothalamus. Oveporexton zeigte eine deutliche Verbesserung der Narkolepsie-Symptomatik und damit auch der Lebensqualität.
Oveporexton
Oveporexton wird als Tablette eingenommen. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke und bindet als Agonist selektiv an den Orexinrezeptor 2 (OX2R). Dadurch wird der Mangel an Orexin kompensiert, eine wachheitsfördernde Wirkung erzielt und die Narkolepsie-Symptomatik verbessert.
Oveporexton wurde in einem internationalen Phase-III-Programm an 273 Patient:innen in 19 Ländern über eine Studiendauer von 12 Wochen geprüft. Mehr als 95 % der Teilnehmer:innen, die die Studie abgeschlossen haben, nahmen auch an der Langzeitverlängerungsstudie teil.
Oveporexton bewirkte in Woche 12 eine statistisch signifikante Verbesserung der übermäßigen Tagesschläfrigkeit. So erzielten nahezu 85 % der Teilnehmer:innen in der Epworth Sleepiness Scale (ESS) Werte, die mit gesunden Personen vergleichbar sind. Ebenso signifikant verringerte sich die wöchentliche Rate an Kataplexie-Ereignissen im Vergleich zu Placebo. Dies ging parallel einher mit einer Steigerung der Lebensqualität, gemessen durch Selbstbewertung anhand der Patient Global Impression of Change (PGI-C)-Skala.
Oveporexton war gut verträglich, es traten keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) auf, was auf ein potenziell sichereres therapeutisches Profil für die Langzeitanwendung hindeutet. Die meisten UAW waren leicht bis mäßig, am häufigsten waren Schlaflosigkeit und Harndrang.
Quelle
https://www.takeda.com/newsroom/newsreleases/2025/
takeda-orexin-data-oveporexton-phase-3-narcolepsy-world-sleep-2025/