Seggau 2026 

„Alles im Zyklus“


Mag.  Ruth Maria  Streibl, PhD


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Am 10. und 11. Oktober 2026 war Schloss Seggau bei Leibnitz wieder Treffpunkt für Apotheker:innen. Mit 346 Teilnehmer:innen waren die Fortbildungstage vollständig ausgebucht, begleitet wurden sie von einer Fachausstellung mit 34 Ausstellern. Wer nicht vor Ort sein konnte, hatte die Möglichkeit, die Vorträge im Live-stream zu verfolgen. 

Scham als Therapiehindernis

Den Auftakt machte Dr. Doris Linsberger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Sexualmedizinerin in Wien sowie Fachgruppenobfrau Gynäkologie der Ärztekammer Niederösterreich, mit einem Thema, das an der Tara oft unausgesprochen bleibt. Der weibliche Intimbereich sei kulturell stark schambesetzt, viele Frauen wüssten wenig über ihre Anatomie und darüber, was normal ist. Ihre Kernbotschaft: Scham ist das größte Hindernis für eine wirksame Behandlung. Apotheken sollten daher einen sicheren Raum schaffen – Sichtschutz, leise Stimme, sachliche Sprache und Normalisierung.

„Wenn eine Frau kommt und sagt: Ich habe schon wieder einen Pilz, geben Sie mir ein Pilzmittel, dann tun Sie das bitte primär nicht“, betonte Linsberger. Stattdessen sollte die Apotheke gezielt nachfragen – nach Qualität, Farbe und Geruch des Ausflusses sowie nach Juckreiz. Als Standard-Tool empfahl sie den pH-Test; der normale Scheiden-pH liegt zwischen 3,8 und 4,5. Die bakterielle Vaginose, mit fast der Hälfte die häufigste Ursache, zeigt sich durch dünnflüssigen, grau-weißen, fischig riechenden Ausfluss und einen pH-Wert über 4,5. Sie juckt nicht, sondern verursacht eher Nässegefühl und Brennen. Ein Pilz macht nur etwa ein Viertel der Fälle aus, juckt und geht mit topfenartigem Ausfluss einher. Trichomonaden riechen ähnlich wie eine bakterielle Vaginose. Bei bakterieller Vaginose, Trichomonaden und Chlamydien muss der Partner mitbehandelt werden, beim Pilz nur bei Symptomen. Bläschen, die Frauen oft als „Wärzchen“ beschreiben, können auf Herpes hinweisen und gehören rasch zum Arzt.
Nicht jede Beschwerde ist eine Infektion: Psoriasis, Lichen sclerosus oder Kontaktdermatitis können ähnlich aussehen. Frauen mit Lichen sclerosus sollten bei der zyklischen lokalen Cortison-Therapie unterstützt werden. Stößt die Selbstmedikation an ihre Grenzen, sollen Apotheker:innen als „Gatekeeper“ der Frauengesundheit aktiv an die Gynäkologin oder den Gynäkologen verweisen. 

Hormonbashing und was wirklich dran ist

MR Dr. Gudrun Lorenz-Eberhardt, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Graz, beobachtet eine zunehmend kritische Haltung zur Pille. Inoffiziellen Zahlen zufolge sei die Anwendung in den vergangenen fünf bis sechs Jahren um mindestens 10 % zurückgegangen. Österreich zähle aber noch zu den Ländern, in denen die Pille die Nummer eins ist. Vor allem junge Mädchen wollten eine Verhütung, die nur Vorteile hat – „aber bloß keine Hormone“. Dem hielt sie entgegen: „Eine perfekte Verhütung gibt es nicht.“

Kombinierte Pillen bieten Zusatznutzen, etwa bei Dysmenorrhö, Endometriose, Akne oder Hirsutismus, und schützen vor Eileiterschwangerschaften. Das Eierstockkrebsrisiko sinkt um 30 bis 50 %, und der Schutz hält lange über das Absetzen hinaus an. Das Brustkrebsrisiko ist während der Einnahme leicht erhöht. Das Thromboserisiko ist im ersten Einnahmejahr und nach Pausen am höchsten, Pillen mit Estradiol oder Estetrol schneiden dabei besser ab als solche mit Ethinylestradiol. Frauen mit Risikofaktoren wie Übergewicht oder starkem Rauchen sollten dennoch nur gestagenhaltig oder hormonfrei verhüten, ebenso bei APC-Resistenz. Nach dem aktuellen Rote-Hand-Brief zum Meningeomrisiko bestimmter Gestagene seien Kopfschmerzen, Hörverlust, Sehstörungen oder Krampfanfälle abklärungsbedürftig.

Aus PCOS wird PMOS

Priv.-Doz. Dr. med. Sanja Löb, Gynäkologin aus Salzburg, widmete sich dem unerfüllten Kinderwunsch, von dem 10 bis 15 % der Paare betroffen sind. Die Ursache liegt zu je 35 % bei der Frau und beim Mann, in 25 % bei beiden. Bei der Frau zählen verschlossene Eileiter zu den häufigsten Gründen, etwa nach Operationen, durch stille Infektionen wie Chlamydien oder durch Endometriose. Die Endometriose ist die häufigste Ursache für eine künstliche Befruchtung und wird im Schnitt erst nach zehn Jahren diagnostiziert.

Auch die Schilddrüse spielt eine Rolle. Eine manifeste oder latente Hypothyreose sollte vor einer Schwangerschaft eingestellt werden. Hinzu kommen das Alter, denn ab 35 sinkt die Schwangerschaftsrate deutlich, sowie Noxen wie Übergewicht und vor allem Rauchen, die der Eizellreserve schaden.

Eine weitere häufige Ursache hat seit Mai einen neuen Namen: Aus dem polyzystischen Ovarsyndrom wurde nach einem internationalen Konsens das polyendokrin-metabolische Ovarsyndrom (PMOS). Der alte Begriff war irreführend, denn die betroffenen Frauen haben keine Zysten, sondern sehr viele antrale Follikel. Der neue Name trägt dem Umstand Rechnung, dass es sich um eine Stoffwechselerkrankung handelt. Über 70 % der Betroffenen sind adipös, das Risiko für metabolisches Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen ist erhöht. Viele seien untertherapiert und fielen erst beim Kinderwunsch auf. 

Brustkrebs und gynäkologische Tumoren

Univ.-Prof. Dr. Edgar Petru von der Universitätsfrauenklinik Graz eröffnete den Sonntag mit einem Überblick über Vorsorge und Therapie gynäkologischer Tumoren. Brustkrebs betrifft eine von neun Frauen, der Altersgipfel liegt bei 63 Jahren. Für die Früherkennung bleibt die Mammographie der Standard. Das MRT ist zwar sensitiver, führt aber eher zu Biopsien und Operationen, ohne die Sterblichkeit zu senken. Die meisten Mammakarzinome entdecken die Frauen nach wie vor selbst. Warnzeichen sind ein tastbarer Knoten, Asymmetrie oder Schwellung der Brust, eine einseitige rötliche oder bräunliche Sekretion aus der Mamille sowie Rötung oder Einziehung der Haut. Ein länger bestehendes Ekzem der Mamille gehört abgeklärt, statt immer neue Salben zu probieren.

Beim Ovarialkarzinom, einem „Silent Killer“, sind die Zeichen unspezifisch: Blasenbeschwerden, Verstopfung, Blähungen oder ein zunehmender Bauchumfang trotz Gewichtsverlust. Leitsymptom des Endometriumkarzinoms ist die Blutung nach der Menopause. Beim Zervixkarzinom beobachtet Petru durch veränderte Partnersituationen zunehmend Erkrankungen ab 60, denn neue Partner bringen andere HPV-Stämme mit.

Therapeutisch geht der Trend zu weniger radikaler Chirurgie. Die brusterhaltende Operation ist in rund 90 % der Fälle ebenso wirksam wie eine Mastektomie. Auch die Entfernung beider Brüste, die sich manche Frauen wünschen, senkt die Sterblichkeit nicht. Zugleich gewinnen zielgerichtete, Biomarker-basierte Therapien an Bedeutung. Diese bringen neue Nebenwirkungen mit sich, die auch an der Tara auffallen können, etwa Durchfall oder plötzlich erhöhte Blutzuckerwerte. 

Ein Leben
außerhalb der 
Fachinformation

Mag. pharm. Dr. Sigrun Klausner, zuständig für Arzneimittelinformation an der Landesapotheke Salzburg, forderte mehr Mut in der Beratung von Schwangeren und Stillenden. Bei rund 90 % der Arzneimittel rate die Fachinformation von der Anwendung ab, weil sie einen primär haftungsrechtlichen Hintergrund hat. „Wir müssen wissen, dass es ein Leben außerhalb der Fachinformation gibt“, sagte Klausner. Die Folgen übertriebener Vorsicht schilderte sie drastisch – bis hin zur Wurzelbehandlung ohne Lokalanästhesie.

Sitzen müssen dagegen die tatsächlich gefährlichen Stoffe, laut Klausner weniger als 30 Arzneistoffe. Als teratogen gelten etwa Retinoide, Valproinsäure, Mycophenolat und Cumarine, fetotoxisch sind etwa ACE-Hemmer und Sartane sowie NSAR ab der 28. Schwangerschaftswoche. Ob ein Arzneimittel schadet, hängt zudem von Zeitpunkt, Dauer und Dosis ab. Den Unterschied machen deshalb die richtigen Fragen. In welcher Woche ist die Frau, hat sie das Mittel schon eingenommen oder will sie es erst einnehmen? In der Stillzeit: Wie alt ist das Kind, ist es gesund oder ein ehemaliges Frühchen, geht es um eine Einmalgabe oder eine hochdosierte Dauertherapie? Fast alle Arzneistoffe gehen in die Muttermilch über, die meisten aber in so geringen Mengen, dass Auswirkungen kaum vorstellbar sind. Und als erste Frage: Was würde ich empfehlen, wenn die Frau nicht schwanger wäre?

Beraten, ohne zu verunsichern
Ebenso wichtig: Auch keine Behandlung ist ein Risiko, für das Kind wie für die Mutter. Unbehandelte Infektionen, Bluthochdruck, Diabetes oder Depressionen erhöhen etwa die Rate an Fehl- und Frühgeburten. Klausners Empfehlungen: sichere, gut bekannte Arzneistoffe auswählen, „kurz, niedrig, aber therapeutisch“ dosieren, möglichst als Monotherapie und alkoholfrei. 

Zentral ist ebenfalls eine Risikokommunikation, die nicht verunsichert. Jede fünfte Frau erhält widersprüchliche Angaben, häufig mit der Folge, dass notwendige Arzneimittel gar nicht eingenommen werden. Klausner rät daher, bei Unsicherheit den Kontakt mit den behandelnden Ärzt:innen zu suchen, statt der Patientin eine weitere Meinung mitzugeben. Eine frei zugängliche Quelle ist Embryotox mit rund 400 beschriebenen Arzneistoffen, für die Stillzeit LactMed. Und wer unsicher ist, darf sagen: „Ich schaue das nach.“

Zytoralia: Interaktionen im Blick

Die Krebspatientin an der Tara stand im Zentrum des Vortrags von Mag. pharm. Julia Gampenrieder Satory, aHPh, onkologische Pharmazeutin (DGOP), Klinik Ottakring, Wien. Krebs wird zunehmend zur chronischen Erkrankung. Die Patientinnen sind meist über 60 und bringen weitere Diagnosen und Medikamente mit, Medikationsmanagement wird damit immer wichtiger. Von den rund 140 oralen Onkologika, sogenannten Zytoralia, entfallen 21 auf die Gynäkoonkologie, die meisten davon auf das Mammakarzinom.

Vier Arten klinisch relevanter Interaktionen standen im Fokus des Vortrages. Beim Food-Effekt beeinflusst Nahrung die Bioverfügbarkeit. Manche Wirkstoffe müssen nüchtern eingenommen werden, andere brauchen eine Mahlzeit, meist deren Fettanteil, um ausreichend zu wirken; bei manchen spielt es keine Rolle. Herleiten lässt sich das nicht, man muss es nachschlagen. Nimmt eine Patientin ihr Präparat anders ein als vorgesehen, ist vor allem eine verminderte Wirkung gefährlich, denn sie fällt erst beim nächsten Staging auf.

Die zweite Interaktion betrifft den pH-Wert im Magen. Viele Tyrosinkinasehemmer sind schwache Basen, deren Löslichkeit bei steigendem pH sinkt. Säureblocker, zum Teil rezeptfrei erhältlich, können die Bioverfügbarkeit daher deutlich senken. Bei Neratinib sind es bis zu 70 %, weshalb die Kombination mit Protonenpumpenhemmern dort zu vermeiden ist. H2-Blocker oder Antazida sind je nach Wirkstoff mit Zeitabstand möglich.

Drittens die CYP-Wechselwirkungen: 16 der 21 Zytoralia werden über Cytochrom-P450-Enzyme, meist CYP3A4, verstoffwechselt, manche hemmen oder induzieren diese auch selbst. Klinisch relevant sind moderate und starke Inhibitoren und Induktoren; zu den wichtigsten zählen Makrolide, Azol-Antimykotika, Carbamazepin und Johanniskraut. Starke Inhibitoren bzw. Induktoren können die Exposition vervielfachen oder um bis zu 95 % senken. Grapefruit und Granatapfel nannte Gampenrieder Satory die „Problemkinder“, vor denen viele Fachinformationen ausdrücklich warnen. Eine Sonderstellung hat Tamoxifen. Es wird erst über CYP2D6 aktiviert, starke Hemmer wie das Antidepressivum Paroxetin können die Wirkung mindern und sind zu meiden.

Viertens die QT-Zeit-Verlängerung, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Fünf Zytoralia der Gynäkoonkologie verlängern die QT-Zeit, und das Risiko steigt mit jeder weiteren Substanz. Onkologische Patientinnen erhalten häufig mehrere davon, etwa SSRI, Antipsychotika, Antibiotika, Antimykotika oder Antiemetika. Steigt die QT-Zeit zu stark an, muss eine wirksame zielgerichtete Therapie im schlimmsten Fall dauerhaft abgesetzt werden. Ein Screening der Gesamtmedikation lohnt sich daher.

Die Nebenwirkungen der Zytoralia wären ein eigenes großes Thema. Gampenrieder Satory verwies dazu auf die S3-Leitlinie Supportive Therapie. Im praktischen Teil ging sie anhand von drei Fallbeispielen aus ihrer Klinik durch, worauf es bei der Abgabe ankommt: Einnahme, Interaktionen, häufige Nebenwirkungen und Red Flags. Bei diesen muss die Patientin sofort das onkologische Zentrum kontaktieren, nämlich bei Fieber über 38 °C, starken Durchfällen oder Erbrechen, Atemwegssymptomen und schweren Hautreaktionen. 

Ihr Fazit: Zytoralia sind hochpotente Arzneimittel, die pharmazeutische Betreuung brauchen. Die niederschwellige Beratung an der Tara hilft, kritische Nebenwirkungen früh zu erkennen, und ein systematischer Interaktionscheck erhöht die Arzneimitteltherapiesicherheit. 

Humanidente Hormone als Teamarbeit

Apothekerin Heike Klocker, Trofaiach, Präsidentin der Gesellschaft für humanidente Hormone, und Dr. Ruth Illing, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Premstätten und ärztliche Leiterin der Gesellschaft, traten bewusst gemeinsam auf. „Für mich ist mein Dasein als Pharmazeutin ohne eine solche Zusammenarbeit nicht mehr vorstellbar“, so Klocker. Zunächst sorgten sie für Begriffsklarheit. „Bioident“ heißt nur, dass ein Hormon von einem Lebewesen stammt. „Humanident“ bedeutet gleiche Struktur, Wirkweise und Konzentration wie im gesunden menschlichen Körper. Hergestellt werden humanidente Hormone aus pflanzlichen Ausgangsstoffen wie Diosgenin aus der Yamswurzel, streng genommen sind sie also synthetisch. Derivate wie Progestine binden zwar am selben Rezeptor, haben aber eine längere Halbwertszeit und teils andere Wirkungen.

Ihr Stufenkonzept beginnt lange vor dem Rezept, und genau hier sehen beide die Kompetenz der Apotheke. Am Anfang stehen die Stressachse und Mikronährstoffe als Kofaktoren der Hormonsynthese, etwa Magnesium, Vitamin D, Coenzym Q10, B-Vitamine, Vitamin C und Zink. Wer an der Tara über Müdigkeit oder Zyklusveränderungen klagt, profitiert davon oft schon. Ist die Nebennierenachse nicht stabil, sei das ein häufiger Grund für Therapieabbrüche. Danach folgt Phytotherapie, etwa mit Melisse, Frauenmantel oder Mönchspfeffer, erst dann kommen humanidente Hormone, einschleichend dosiert. Transdermales Estradiol und orales Progesteron gelten als gerinnungsneutral, transdermales Progesteron bietet aber keinen Endometriumschutz.

Bei der Rezeptur ist die Apotheke als zweites Augenpaar gefragt. Sie prüft die Plausibilität, weist auf Dosierungen außerhalb der Zulassung hin, dokumentiert und fängt Fehler ab, etwa bei der Umrechnung von Prozent in Milligramm pro Hub oder bei falsch gesetzten Kommastellen. „Ich bin heilfroh, wenn die Apotheke mich dann anruft“, sagte Illing. Für Testosteron gibt es für Frauen kaum Fertigarzneimittel. Die Konsultationsfassung der S3-Leitlinie zur Peri- und Postmenopause empfiehlt hier erstmals ausdrücklich eine Magistralrezeptur. Magistral lassen sich auch niedrigere Dosierungen herstellen, wenn Frauen Standarddosen nicht vertragen. Die Herstellung stellt allerdings hohe Anforderungen. Mikronisierte Hormone gelten als CMR-Stoffe und erfordern Schutzmaßnahmen.

HPV-Impfung: Wer, wann, wie oft

Zum Abschluss lieferte Univ.-Prof. Dr. Elmar Joura von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien (Abteilung für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie) Daten zur HPV-Impfung. Laut österreichischem Impfplan erhalten alle zwischen 9 und 30 Jahren zwei Dosen im Abstand von mindestens sechs Monaten, zwölf Monate sind noch besser. Ab 30 sind drei Dosen vorgesehen, idealerweise die zweite nach vier bis sechs Wochen und die dritte nach einem Jahr oder später. Immunsupprimierte erhalten in jedem Alter drei Dosen. Eine obere Altersgrenze gibt es laut Zulassung nicht, ein HPV-Test vor der Impfung ist nicht nötig. Ein unterbrochenes Schema wird fortgesetzt, nicht neu begonnen. Nach einer Konisation reduziert die Impfung Rezidive um rund 70 %. Sie wird bis 45 nach chefärztlicher Genehmigung bezahlt.

Für die Apotheke sieht Joura vor allem das Nachholen bis 30 als Chance. Der Wunsch nach der Pille sei ein guter Moment, die Impfung anzusprechen, samt Partnerberatung, ebenso eine geplante Schwangerschaft. Frauen ab 30 sollten zudem ihren HPV-Status kennen. Dass die Impfung in Österreich trotz vergleichsweise niedriger Durchimpfungsraten wirkt, zeichnet sich laut Joura bereits ab: Bei jungen Frauen gehen die Konisationen – operative Entfernungen von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals – deutlich zurück.

Ausblick

2027 feiern die Seggauer Fortbildungstage ihre 30. Auflage. Unter dem Titel „Herzensangelegenheiten“ steht am 9. und 10. Oktober 2027 das Herz-Kreislauf-System im Mittelpunkt. Die Anmeldung öffnet wie gewohnt am 1. Mai – angesichts der Nachfrage ist Eile geboten.

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