S3-Leitlinie

Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen

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Neben medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung gewinnen deshalb psychosoziale Maßnahmen weiter an Bedeutung. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde hat nun eine aktualisierte S3-Leitlinie vorgelegt, die den aktuellen Wissensstand bündelt und Orientierung für eine strukturierte, alltagsnahe Versorgung bietet.


Ganzheitlicher Ansatz und Recovery-Orientierung 

Die Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen, die an Behandlung, Rehabilitation und Teilhabe beteiligt sind. Sie bezieht ausdrücklich auch Menschen ein, die sich in frühen Krankheitsphasen befinden und ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf aufweisen. Ziel ist es, Belastungen früh zu erkennen, Rückfällen vorzubeugen und soziale Einschränkungen zu vermeiden. Ein zentraler Gedanke ist der Recovery-Ansatz: Im Mittelpunkt steht die Förderung von Selbstbestimmung, Lebensqualität und sozialer Teilhabe – unabhängig davon, ob Symptome vollständig zurückgehen. Betroffene und Angehörige waren aktiv an der Erarbeitung beteiligt, sodass die Empfehlungen praxisnah ausfallen und der Lebensrealität der Betroffenen entsprechen. Die Leitlinie beschreibt ein breites Spektrum psychosozialer Angebote, darunter ergotherapeutische, kreative und bewegungsorientierte Verfahren, Selbstmanagement, Maßnahmen zur beruflichen Integration sowie Hilfen im Bereich Wohnen und Bildung. 

Quelle
S3-Leitlinie: Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen (2025), AWMF Reg.Nr. 038-020

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