Das Projekt, das von 2014 bis 2022 in Sachsen und Thüringen lief, war darauf ausgerichtet, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern, Verantwortlichkeiten klar zu definieren und die Kommunikation zwischen Hausärzt:innen und Apotheker:innen zu standardisieren. Frühere Evaluationen hatten bereits positive Effekte wie eine signifikant reduzierte Mortalität und bessere Therapietreue belegt. Die aktuelle Neuauswertung richtet den Fokus nun gezielt auf den Beitrag der Apotheken.
Ergebnisse der Neuauswertung
Im Rahmen der Analyse wurden 538 Interventionen bei 79 Patient:innen ausgewertet, die im Schnitt 10,2 Arzneimittel einnahmen. Rund 75 % der pharmazeutischen Empfehlungen wurden erfolgreich umgesetzt – ein starkes Zeichen für die hohe Akzeptanz und das Vertrauen in die pharmazeutische Expertise. Die Interventionen hatten überwiegend einen geringen (84,2 %) und teils moderaten (12,6 %) klinischen Einfluss und in 81,9 % der Fälle blieben die Kosten unverändert. Bei allen Patient:innen kam es zu Anpassungen im Medikationsplan. Ärzt:innen lehnten lediglich 3,3 % der vorgeschlagenen Maßnahmen ab, was die reibungslose Zusammenarbeit zusätzlich unterstreicht. Die Neuauswertung macht sichtbar, wie konkret Apotheken zur Versorgungsqualität beitragen und wie gut die interprofessionelle Abstimmung im ARMIN‑Modell funktioniert.
Quelle
Eickhoff C, et al.: Potential clinical impact of pharmaceutical interventions in an interprofessional medication management program. Explor Res Clin Soc Pharm 2026; 22: 100717. DOI: 10.1016/j.rcsop.2026.100717